Vion Ärger mit Standorten

Lebensmittelpraxis | 05. April 2014

Der Vorstand der Vion Zeven AG hat Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten darüber informiert, dass der Schlacht- und Zerlegebetrieb in Lingen zum nächstmöglichen Zeitpunkt, voraussichtlich spätestens zum 30. April 2014, geschlossen werden soll. Der niedersächsische Standort produzierte in den vergangenen Jahren immer höhere Verluste, nachdem 2008 der wichtigste Kunde aus dem Lebensmittel-Einzelhandel nicht gehalten werden konnte.

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Die Anzahl der Schlachtungen ging in der Folge um 30 Prozent auf wöchentlich nur noch 12.000 Schweine im Jahr 2013 zurück. Die finanziellen Verluste überschritten jedes Jahr die Millionengrenze. In Lingen sind 104 eigene Mitarbeiter von der geplanten Maßnahme betroffen. Alle Arbeitsverhältnisse sollen beendet werden. Die Mitarbeiter haben aber die Möglichkeit, sich auf offene Stellen in anderen Konzerngesellschaften von Vion Food zu bewerben.

Noch immer stillgelegt ist der Vion-Betrieb in Bad Bramstedt. Die vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume über den Landkreis Bad Segeberg verfügte weitere Produktionsstilllegung hält der Fleisch-Konzern für nicht gerechtfertigt. Nach ausführlichen Untersuchungen von unabhängigen Gutachtern und deren positiven Ergebnissen hat die Vion Bad Bramstedt GmbH am Dienstag dieser Woche (4. März 2014) beim Landkreis Bad Segeberg die Aufhebung der Produktionssperre beantragt. Die abgeschlossene staatlich gewünschte zusätzliche Begutachtung nach hygiene- und tierschutzrechtlichen Aspekten bestätigt die in der vergangenen Woche durchgeführten Kontrollen von drei Experten. Der Konzern hat daraufhin ein Eilrechtsverfahren vor dem schleswig-holsteinischen Verwaltungsgericht in Schleswig eingeleitet.