VDG-Branchenmonitor Großbäckereien beklagen Preisdruck im Handel

Zum ersten Mal hat der Verband Deutscher Großbäckereien (VDG) seine 59 Mitglieder befragt, wie es ihnen zurzeit wirtschaftlich geht und welche Zukunftserwartungen sie haben. Die VDG-Unternehmen backen vorwiegend für Supermärkte, Discounter und eigene Filialen. Die Umfrageresultate wurden auf der Jahrespressekonferenz auch der Lebensmittel Praxis vorgestellt.

Freitag, 09. Oktober 2026, 12:22 Uhr
Thomas Klaus
Brotproduktion unter schwierigen Vorzeichen: Die Großbäcker klagen über steigende Kosten und wachsenden Preisdruck. Bildquelle: Thomas Friedl, Harry-Brot

Eines der Kernergebnisse des Branchenmonitors des Verbandes Deutscher Großbäckereien, der unlängst vorgestellt wurde: Das Verhältnis zum Handel ist schwierig. 63 Prozent der Befragten bezeichneten den Preisdruck im Handel als größte Herausforderung der kommenden zwölf Monate. Und 81 Prozent sehen in ihm eine der drei größten Herausforderungen. Das Problem aus Sicht der Großbäcker: 69 Prozent von ihnen haben die Verkaufspreise in den vergangenen zwölf Monaten weitgehend stabil gehalten.

Dabei belastet der Kostenapparat laut VDG immer mehr und müsste normalerweise zu Preiserhöhungen führen. Kosten für Logistik und Verpackung sowie Energie drücken am meisten; Personalkosten wirken sich ebenfalls nachteilig aus. „Die allgemeine Kostenbelastung wird zunehmen“, zeigte sich VDG-Hauptgeschäftsführer Tobias Schuhmacher auch angesichts der anstehenden Tarifverhandlungen überzeugt. VDG-Präsident Norbert Lötz fasste zusammen: „Unsere Betriebe halten Kurs, aber der Spielraum wird enger.“ Was sie jedoch dringend bräuchten, seien bessere politische Rahmenbedingungen etwa durch Bürokratieabbau und stabilere Energiepreise – sowie „mehr Anerkennung für den Wert von Brot“. 

Investitionen vor allem in Automatisierung

Insgesamt bewerten 56 Prozent der Großbäcker ihre Geschäftslage als befriedigend. Allerdings sehen 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eine verschlechterte Situation. Eine bessere Geschäftslage machten nur 13 Prozent aus. Trotz der nicht ungetrübten Zukunftsperspektiven wollen 44 Prozent der Betriebe ihre Investitionen 2027 erhöhen, vor allem in Automatisierung (88 Prozent) und Digitalisierung (81 Prozent). 92 Prozent haben ihre Ausbildungsplätze ganz oder größtenteils besetzt.

Schwerpunktthema des Branchenmonitors war Nachhaltigkeit. Die genießt für 63 Prozent der Großbäcker einen hohen Stellenwert. Satte 100 Prozent investieren zum Beispiel in Energieeffizienz. Aber: 47 Prozent der Befragten fühlen sich durch unzureichende Zahlungsbereitschaft der Kundschaft ausgebremst. Noch stärker bremsen Bürokratie und Berichtspflichten (67 Prozent) und hohe Kosten (60 Prozent). Technische Grenzen nannte kein einziges Unternehmen als Hindernis für mehr Nachhaltigkeit. 

VDG-Geschäftsführer Alexander Meyer-Kretschmer kommentierte: „Unsere Betriebe wissen, wie Nachhaltigkeit geht, und setzen sie längst um. Wer mehr will, sollte ihnen Zeit für die Umsetzung lassen statt für Formulare.“

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