Insolvenz Gewerkschaft will Brauerei Wolters mit Bürgerkapital retten

Die Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters stellt Ende des Jahres die Produktion ein. Die Suche nach Investoren blieb erfolglos. Die Gewerkschaft NGG will den fast 400 Jahre alten Standort mit einem genossenschaftlichen Modell retten – und hat bereits 560.000 Euro an Bürgerkapital eingesammelt.

Mittwoch, 07. Oktober 2026, 12:07 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Gibt es eine Zukunft für die Brauerei Wolters? Die Gewerkschft NGG will nicht aufgeben. Bildquelle: Brauerei Wolters

Die Braunschweiger Traditionsbrauerei Wolters steht vor dem Aus: Nur noch bis Ende des Jahres soll am Standort Bier gebraut werden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) will sich damit jedoch nicht abfinden und bringt ein genossenschaftliches Modell ins Spiel.

Die 1627 gegründete Brauerei hatte im Sommer einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Als Grund nannte das Unternehmen unter anderem Absatzrückgänge auf dem deutschen Biermarkt. Zum 1. September eröffnete das zuständige Gericht das Insolvenzverfahren. Wolters suchte zwischenzeitlich nach neuen Investoren – ohne Erfolg, wie die Insolvenzkanzlei mitteilte. Die rund 90 Beschäftigten seien über die Schließung des Produktionsstandorts informiert worden.

Die Gewerkschaft NGG erklärte, sie gebe sich mit der Abwicklung des fast 400 Jahre alten Standorts nicht zufrieden. Die Schließung der Produktion in Braunschweig sei kein „Naturgesetz“, hieß es in einer Mitteilung. Über Internetplattformen seien bereits Zusagen über insgesamt 560.000 Euro an Bürgerkapital eingegangen. Ein „maßgeschneiderter Teil“ der Braunschweiger Produktionsstätte könne mithilfe dieses Kapitals als genossenschaftlich getragene Braustätte erhalten bleiben, so die Gewerkschaft. Sie forderte einen Runden Tisch mit Eigentümern, Stadt und Banken.

Wolters scheitert mit Sanierung auf schrumpfendem Biermarkt

Der deutsche Biermarkt schrumpfte laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr so stark wie nie seit der Wiedervereinigung. Vor diesem Hintergrund hatte Wolters im Sommer das Ziel ausgegeben, den Geschäftsbetrieb grundlegend zu sanieren und sich wirtschaftlich neu aufzustellen. Dieses Vorhaben ist mit der nun angekündigten Schließung des Produktionsstandorts gescheitert.

Das Ende der Produktion in Braunschweig bedeutet nach Angaben der Insolvenzkanzlei allerdings nicht zwangsläufig das Ende der Marke Wolters. Gespräche mit Interessenten, die die Marke übernehmen könnten, liefen weiter.

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