Teigwarenproduktion Deutsche Nudelhersteller verlieren Marktanteile an Italien

Drei Viertel der in Deutschland verzehrten Nudeln kommen aus dem Ausland. Die heimische Produktion ist zuletzt um fast 5 Prozent gesunken, während die Einfuhren gestiegen sind. Der Verbrauch liegt mit 10,1 Kilogramm pro Kopf auf Rekordniveau.

Freitag, 02. Oktober 2026, 11:32 Uhr
Manuel Glasfort
Geliebtes Grundnahrungsmittel: Die Deutschen konsumieren weiterhin viel Pasta – doch diese kommt immer öfter aus dem Ausland. Bildquelle: Ebro Foods, Shutterstock, Hoppen, iStockphoto

Die heimische Teigwarenproduktion in Deutschland verliert weiter an Bedeutung. Rund drei Viertel der in Deutschland verzehrten Nudeln stammen inzwischen aus dem Ausland, mehr als die Hälfte davon aus Italien. Dies teilte der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft mit. Der Verbrauch liegt mit 10,1 Kilogramm pro Kopf auf Rekordniveau.

Im Wirtschaftsjahr 2025/26 sank die heimische Produktion um 4,7 Prozent auf 391.500 Tonnen. Die Einfuhren stiegen dagegen um 2,6 Prozent auf 628.766 Tonnen. Nach Abzug der Exporte stammen damit nur noch rund 25 Prozent der in Deutschland verzehrten Teigwaren aus heimischer Produktion. Italien bleibt mit 456.367 Tonnen mit Abstand wichtigstes Lieferland und deckt inzwischen 54,2 Prozent des deutschen Marktes ab. Der deutsche Teigwarenmarkt liegt insgesamt bei 842.765 Tonnen.

„Die Deutschen essen so viele Nudeln wie nie zuvor, aber die heimische Produktion profitiert davon immer weniger“, zitierte der Verband seinen Geschäftsführer Peter Haarbeck in der Mitteilung. Dabei verfüge Deutschland über eine leistungsfähige Wertschöpfungskette vom Hartweizenanbau über die Mühlen bis zu den Teigwarenherstellern. Der Verband kritisiert die Sortimentsgestaltung des Lebensmitteleinzelhandels. Italienische Pasta werde regelmäßig als stark preisreduzierte Aktionsware angeboten. Deutsche Produkte seien dagegen deutlich seltener Bestandteil solcher Aktionen, würden vielfach höherpreisig positioniert oder seien in einzelnen Sortimenten kaum vertreten.

Deutschland baut so viel Hartweizen an wie nie zuvor

Deutschland hat sich nach Angaben des Verbands über die vergangenen Jahre zu einem hervorragenden Anbaugebiet für Qualitäts-Hartweizen entwickelt. Auf 60.400 Hektar wurde zur Ernte 2026 Hartweizen angebaut, rund 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 361.400 Tonnen wurde so viel Hartweizen geerntet wie noch nie zuvor. In deutschen Mühlen wurden im Wirtschaftsjahr 2025/26 rund 452.000 Tonnen Hartweizen vermahlen.

Die Struktur der deutschen Teigwarenproduktion hat sich den Angaben zufolge in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich verändert. Von den 296.800 Tonnen Trockenteigwaren, die 2025/26 in Deutschland hergestellt wurden, entfielen 175.600 Tonnen auf Teigwaren ohne Ei und 121.200 Tonnen auf Teigwaren mit Ei. Damit werden inzwischen rund 59 Prozent der deutschen Trockenteigwaren ohne Ei produziert. Vor gut 20 Jahren war das Verhältnis nahezu umgekehrt: 2005 stellten deutsche Hersteller 217.228 Tonnen Teigwaren mit Ei und lediglich 36.102 Tonnen ohne Ei her. Damals waren rund 86 Prozent der deutschen Teigwaren Eiernudeln.

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