Traditionsbrauerei insolvent Eichbaum braut letztes Bier nach fast 350 Jahren

Die Mannheimer Brauerei Eichbaum hat Ende September das letzte Bier gebraut. 181 Arbeitsplätze fallen weg. Die Marke soll aber überleben: Park & Bellheimer übernimmt sie.

Donnerstag, 01. Oktober 2026, 14:03 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Das Bierbrauen bei Eichbaum ist nun Geschichte (Symbolfoto). Bildquelle: Getty Images

Die insolvente Brauerei Eichbaum hat zum 30. September die Produktion eingestellt. Das letzte Bier wurde nach fast 350 Jahren gebraut, wie das Unternehmen in Mannheim mitteilte. Die operative Geschäftstätigkeit endet spätestens zum 31. Dezember.

Von der Stilllegung sind 181 Arbeitsplätze betroffen. Unternehmensleitung und Betriebsrat vereinbarten einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für die Beschäftigten. Die Brauerei wurde nach eigenen Angaben im Jahr 1679 gegründet.

Die Brauerei Park & Bellheimer aus Pirmasens soll die Marke der Mannheimer Traditionsbrauerei übernehmen, wie das Unternehmen früher mitteilte. Eichbaum-Biere werden laut der Mitteilung weiterhin in der Gastronomie, im Getränkefachgroßhandel und im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich sein. Das Markengeschäft wird den Angaben zufolge in der Eichbaum-Vertriebs mit Sitz in Mannheim gebündelt.

Die Brauerei hatte Ende Oktober 2025 den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Im Export ging der Umsatz zurück, im Inland sank die Nachfrage. Dies führte zu einem Liquiditätsengpass, wie das Unternehmen mitteilte.

Eichbaum ist nicht die einzige Traditionsbrauerei, die ihre Produktion einstellt. Die Brauerei Wolters in Braunschweig teilte am Dienstag mit, dass dort nur noch bis Jahresende Bier gebraut wird. Auch hier gibt es Bemühungen, die Marke zu erhalten. Der deutsche Biermarkt schrumpfte im vergangenen Jahr so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt Anfang Februar berichtete.

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