Spirituosenindustrie Kornbrennerei Heydt schließt nach 164 Jahren

Die traditionsreiche Kornbrennerei Heydt aus Haselünne im Emsland stellt die Produktion in Haselünne zum Jahresende ein. 35 Beschäftigte verlieren ihre Arbeit. Die Marken bleiben erhalten und gehen an zwei andere Brennereien über.

Montag, 21. September 2026, 10:50 Uhr
Manuel Glasfort
Hier wird künftig kein Schnaps mehr gebrannt: Die Kornbrennerei Heydt stellt die Produktion ein. Bildquelle: Heydt

Die Kornbrennerei Heydt stellt ihre Produktion im niedersächsischen Haselünne zum Jahresende ein. Von der Schließung betroffen sind rund 35 Beschäftigte, davon 13 in der Fertigung, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet. Es ist die zweite aufsehenerregende Meldung aus der Kornbrenner-Stadt Haselünne im Emsland, nachdem bekannt wurde, dass der US-Spirituosenkonzern Sazerac den Haselünner Getränkekonzern Berentzen kaufen will.

Insolvenzverfahren besteht nicht

Die Firmengeschichte von Heydt reicht bis in das Jahr 1860 zurück. Damals gründete Heinrich Heydt das Familienunternehmen. Aktuell führen Hendrik Heydt und Heinz Hermeling die Brennerei in fünfter Generation. Hermeling verlässt das Unternehmen bereits zum 30. September und wechselt zu Ahlers Getränke, wie es in dem Bericht weiter heißt.

Ein Insolvenzverfahren liegt nach Angaben des Unternehmens nicht vor. Als Gründe für die Schließung nennt die Brennerei die schwierige wirtschaftliche Lage der Branche sowie einen hohen Investitionsbedarf in Millionenhöhe für Gebäude und Anlagen.

Die Marken des Unternehmens bleiben dem Markt den Angaben zufolge jedoch erhalten. Der überwiegende Teil, darunter Heydt Korn, Wippermann Wacholder und Schinkenhäger, geht an die Brennerei Schwarze und Schlichte in Oelde im Münsterland über. Weitere Marken wie Hullmann, Ostfriesenwhisky und Ammerländer Löffeltrunk übernimmt die Feinbrennerei Sasse aus dem münsterländischen Schöppingen.

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