Künstliche Intelligenz Rossmann lässt Beschäftigte per Chatbot auf Unternehmensdaten zugreifen

Die Drogeriemarktkette Rossmann führt ein KI-gestütztes System ein, mit dem Mitarbeiter interne Daten in natürlicher Sprache abfragen können. Erprobt wurde die Lösung zuerst in der Logistik. Nun sollen weitere Bereiche wie Einkauf, Marketing und Finanzen folgen.

Freitag, 16. Oktober 2026, 10:10 Uhr
Theresa Kalmer
KI im Unternehmen: Die Lösung ist Teil einer Datenstrategie, die Rossmann vor zwei Jahren gestartet hat. Bildquelle: Rossmann

Die Drogeriemarktkette Rossmann setzt künftig auf eine KI-gestützte Lösung, mit der Beschäftigte interne Unternehmensdaten in natürlicher Sprache abfragen können. Das Werkzeug mit dem Namen „Chat with your Data“ liefere innerhalb von Sekunden aufbereitete Antworten auf Basis qualitätsgesicherter Daten, teilte das Unternehmen mit Sitz in Burgwedel bei Hannover mit.

Die Lösung basiert nach Angaben von Rossmann auf der Daten- und KI-Plattform Databricks. Statt Analysen und Berichte über längere Prozesse erstellen zu lassen, könnten Fachabteilungen benötigte Informationen unmittelbar abrufen. „Der größte Engpass bei der Datennutzung ist heute oft nicht die Verfügbarkeit von Daten, sondern der Zugang zu ihnen“, zitierte das Unternehmen den Geschäftsführer für IT und Personal, Christian Metzner, in der Mitteilung. Die Lösung sei Teil einer Datenstrategie, die Rossmann vor zwei Jahren gestartet habe.

Erstmals erprobt hat Rossmann das System den Angaben zufolge in der Logistik. Dort unterstütze es das operative Tagesgeschäft etwa bei Fragen zur Tourenplanung, zu Warenflüssen und zur Belieferung der Filialen. Die Lösung weise auf Auffälligkeiten hin und könne Benachrichtigungen auslösen. Logistikleiter Jan Blendermann sagte laut der Mitteilung: „Wir haben uns als Logistik bewusst entschieden, in die Grundlagen und verlässliche Datenprodukte zu investieren.“

Rossmann will Lösung auf Einkauf, Marketing und Finanzen ausweiten

Datenschutz und individuelle Zugriffsrechte seien fester Bestandteil des Systems, betonte Rossmann. Beschäftigte erhielten ausschließlich Zugriff auf Daten, für die sie im Rahmen ihrer Berechtigungen freigeschaltet seien. In den kommenden Monaten will das Unternehmen die Lösung schrittweise auf weitere Bereiche ausweiten. Als mögliche Einsatzfelder nannte Rossmann unter anderem Einkauf, Marketing, Finanzen und Category Management. Parallel dazu investiere das Unternehmen über eine interne „Data Academy“ in die Qualifizierung der Beschäftigten im Umgang mit Daten und KI.

Rossmann zählt mit nach eigenen Angaben 67.700 Beschäftigten und 5.209 Filialen in Europa zu den größten Drogerieketten des Kontinents. In Deutschland betreibt das Unternehmen demnach 2.342 Filialen. Den Umsatz für das Jahr 2025 bezifferte Rossmann auf 16,6 Milliarden Euro, davon 10,5 Milliarden Euro in Deutschland.

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