Konsumforschung Preissteigerungen über Inflationsrate

Lebensmittel Praxis | 02. Dezember 2011

Nach aktuellen Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) steigen die Preise im Lebensmittel-Einzelhandel seit April stärker als die allgemeine Inflationsrate. Einzig bei den Drogerieartikeln gebe es Preisnachlässe.

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Auf das bisherige Jahr gesehen beträgt der Preisanstieg im LEH (Vollsortimenter, Discounter, Drogeriemärkte) 2,7 Prozent. Entspannung gebe es lediglich bei Drogerieware, so die Marktforscher der GfK. Hier entstünden durch die Preiskämpfe der großen Drogerie-Ketten niedrige Preise und der Verbraucher könne sich dank extensiver Promotions günstig mit Waschmitteln, Reinigern aber auch mit Kosmetik- und Körperpflegeprodukten eindecken. Dadurch würde aber auch zyklisch der Abverkauf dieser Artikel aus den Regalen des Handels verhindert.

Der Discount leide mehr als andere Kanäle unter den steigenden Rohstoffkosten bei der Produktion der Handelsmarken. Wegen des niedrigeren Preisniveaus schlagen laut GfK diese Kostensteigerungen hier deutlicher auf die Verkaufspreise durch. Dies habe dazu geführt, dass die Preise im Discount mehr als doppelt so stark wie bei den Vollsortimentern steigen.

Doch auch die Vollsortimenter betreffen die Kostensteigerungen, haben die Konsumforscher festgestellt. Dies gelte vor allem für Produkte, die anbau- bzw. ernteabhängig sind, wie Getreide, Obst, Kaffee etc. Hier führt die teils dramatische Verknappung der Anbauflächen in den jeweiligen Erzeugerländern zu massiven Kostensteigerungen. Hinzu kommen immer öfter witterungsbedingte Ernteausfälle. Weil diese Rohstoffe Basis zahlreicher Grundnahrungsmittel sind, verteuern sich diese Produkte zunehmend, zumal auch noch die Transportkosten wieder deutlich steigen.

Dadurch kommen die Preissteigerungen nunmehr auf breiter Front beim Endverbraucher an: Allein im Oktober 2011 hätten die Preise für Grundnahrungsmittel im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel um sieben Prozent über Vorjahresniveau gelegen.