HDE Erwartet steigende Food- und Energie-Preise

Lebensmittel Praxis | 31. März 2011

Für die Einzelhandelsumsätze im laufenden Jahr erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE) trotz positiver Grundstimmung im Handel zwar keine überragende, jedoch eine stabile Entwicklung. Bei Nahrungsmitteln rechnet der Verband mit überdurchschnittlichen Preisaufschlägen von etwa 3 Prozent.

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Nach einem guten Umsatzstart im ersten Quartal bleibt HDE-Hauptgeschäftführer Stefan Genth bei der zurückhaltenden Einschätzung, wonach der Verband für 2011 ein nominales Umsatzwachstum für den Einzelhandel von 1,5 Prozent auf 410,8 Mrd. Euro prognostiziert. Real könnte am Ende des Jahres jedoch ein Minus in der Umsatzbilanz stehen, räumt Genth ein. Das mögliche Minus erklärt der HDE vor allem mit dem zu erwartenden überdurchschnittlichen Anstieg der Preise für Nahrungsmittel (inkl. alkoholfreie Gertränke): Während bei den Einzelhandelpreisen insgesamt mit einem „moderaten" Preisanstieg von 2 Prozent gerechnet wird, erwartet der HDE speziell bei Lebensmitteln Preisaufschläge von etwa 3 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte der Preisanstieg im Food-Bereich bei 1,4 Prozent gelegen.

Neben der Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln sieht der HDE ein weiteres Risiko für den Konsum und die Einzelhandelskonjunktur in der nicht vorhersehbaren Entwicklung der Rohöl-Preise, dies vor allem im Zusammenhang mit der andauernden Libyen-Krise. Auch sei noch nicht abzuschätzen, welche Auswirkungen die EU-Beschlüsse zum Euro-Rettungsschirm, an dem sich die Bundesrepublik in erheblichem Umfang beteiligt, auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft haben werde. Hinsichtlich möglicher Auswirkungen der Atomkatastrophe von Fukushima sieht der HDE derzeit keine Risiken für den deutschen Einzelhandel, da japanische Lebensmittel für den deutschen Food-Handel von nur geringer Bedeutung seien.