Markenverband Fordert effektive Kontrolle von Nachfragemacht

Lebensmittel Praxis | 09. März 2011

Handelsmarken werden immer dann als ein Mittel zur möglichen Verstärkung des Missbrauchs von Nachfragemacht genutzt, wenn sie in direkten Wettbewerb zu Markenartikeln treten. So lautet eine der Kernaussagen der von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Wettbewerbsstudie „The impact of private labels on the competitiveness of the European food supply chain". Angesichts der Ergebnisse bleibt aus Sicht des Markenverbandes die effektive Kontrolle von Nachfragemacht eine kontinuierliche Aufgabe.

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Weitere Ergebnisse der Studie: In zahlreichen europäischen Ländern besteht eine Nachfragemacht des Handels; Innovationen sind dort besonders stark, wo der Anteil an Private-Label-Produkten niedrig ist. „Die Defizite in der Missbrauchskontrolle, wie fehlende Klarheit über die Grenzen des Erlaubten, müssen dringend beseitigt werden", sagt Christian Köhler, Hauptgeschäftsführer des Markenverbandes. „Um weiterer Konzentration im Lebensmittel-Einzelhandel vorzubeugen, muss die Fusionskontrolle konsequent angewendet werden und der Gesetzgeber sollte diese weiter stärken."

Die Bedrohungsszenarien für die Konsumentenwohlfahrt umfassten die Einschränkung von Produktvielfalt, Qualität, Innovationskraft und Preiswürdigkeit von Produkten. Die Studie bestätigt nach Ansicht des Markenverbands, dass die aktuelle Rechtslage nicht ausreicht, um die bestehenden Gefahren zu bekämpfen. Daher seien folgende Maßnahmen notwendig: Effektive Kontrolle von Nachfragemacht als kontinuierliche Aufgabe, Beseitigung der Defizite in der Missbrauchskontrolle durch klare und handhabbare Sanktionen von Missbrauch, effektiven Schutz der Anbieter vor Sanktionen durch Kunden und Priorisierung in der Verfolgungspraxis des Bundeskartellamts, außerdem die Stärkung der Fusionskontrolle durch den Gesetzgeber, um weiterer Konzentration im Lebensmittel-Einzelhandel vorzubeugen.