Adventsöffnung Verdi lässt Klagen ruhen

Mediation statt Klagen: Nach der heftigen Kritik an der harten Linie von Verdi in Sachen Adventsöffnungen in Sachsen, will die Gewerkschaft ihre Klagen vorerst ruhen lassen. Sie setzt auf gerichtliche Mediation.

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„Wir könnten uns vorstellen, dass wir uns auf einen geöffneten Sonntag im Advent einigen", sagte Annelie Schneider vom Verdi-Fachbereich Handel der Nachrichtenagentur dpa.

Nach Rücksprache mit dem Handelsverband und den betroffenen Gemeinden sei beim Oberverwaltungsgericht in Bautzen ein Ruhen der Verfahren beantragt worden. Mit einer Mediation solle eine einvernehmliche Lösung gesucht werden, „welche nicht zu Lasten der Beschäftigten geht, gleichwohl aber die Interessen der Gemeinden und der Händler angemessen berücksichtigt".

Chemnitz, Zwickau, Freiberg und Görlitz sowie der Handelsverband Sachsen haben ihr Interesse an einer solchen Mediation bekundet und ihre Teilnahme bereits zugesagt, heißt es. In Leipzig sei noch nicht entschieden worden. Plauen sehe unter rechtlichen Gesichtspunkten keine Möglichkeit für eine kurzfristige Einigung.

Das Gericht hatte erst am Dienstag auf Antrag der evangelischen Landeskirche die Adventsöffnungen in Marienberg und Radebeul untersagt. Schon vor drei Wochen war die Öffnung in Dresden gestoppt worden. Die Richter halten das noch bis Jahresende gültige Ladenöffnungsgesetz - und damit die für alle Kommunen geltende Rechtsgrundlage - für „offensichtlich verfassungswidrig".