Jeder zweite Kaufinteressierte will beim diesjährigen Black Friday künstliche Intelligenz für die Schnäppchenjagd nutzen. Das geht aus einem neuen Report des Marktforschungsunternehmens Yougov hervor. Demnach vertrauen zwei Drittel der potenziellen Käufer (66 Prozent) KI-Tools wie ChatGPT oder Claude zu, die besten Angebote zu finden. Damit genießt KI laut der Erhebung bereits mehr Vertrauen als Kundenbewertungen und Online-Communitys (63 Prozent).
Die Ergebnisse dürften auch für den Lebensmittelhandel relevant sein, denn sie zeigen, wie sich das Einkaufsverhalten der Verbraucher grundlegend verändert. Laut Yougov fällt es 39 Prozent der potenziellen Black-Friday-Käufer schwer, echte Rabatte von vermeintlichen Preisnachlässen zu unterscheiden. Weitere 36 Prozent haben den Angaben zufolge Schwierigkeiten, das beste Angebot zu identifizieren. Genau hier setzen die Verbraucher auf KI: 42 Prozent würden die Technologie nutzen, um den besten Preis zu finden, 34 Prozent, um die Echtheit eines Rabatts zu prüfen, und 32 Prozent, um ähnliche Produkte oder Angebote zu vergleichen.
Bei der Wahl des KI-Tools dominiert nach den Yougov-Daten ChatGPT: 56 Prozent der potenziellen Käufer würden darauf zurückgreifen. Google Gemini folgt mit 41 Prozent. Meta AI (19 Prozent), Microsoft Copilot (12 Prozent) und Claude (11 Prozent) spielen bislang eine untergeordnete Rolle. „Wer in KI-gestützten Such-, Vergleichs- und Empfehlungssystemen präsent ist, kann Kaufentscheidungen schon heute maßgeblich beeinflussen“, heißt es in der Mitteilung von YouGov.
Verbraucher ziehen klare Grenzen bei automatisierten Käufen
Gleichzeitig ziehen die Verbraucher laut dem Report klare Grenzen: Sobald KI eigenständig Käufe abwickeln soll, sinkt die Akzeptanz deutlich. Nur 10 Prozent würden KI einen Kauf nach eigener Freigabe abschließen lassen, 9 Prozent würden Produkte automatisch in den Warenkorb legen lassen, und lediglich 8 Prozent wären bereit, einen Einkauf vollständig zu automatisieren. Jüngere Verbraucher zeigen sich offener: 12 Prozent der Generation Z und der Millennials würden Käufe vollständig automatisiert abschließen lassen, während dieser Anteil bei der Generation X und den Babyboomern bei nur 3 Prozent liegt.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Rabattaktionen untermauert Yougov mit Daten aus dem eigenen Shopper Panel: Während der Black Weeks 2025 lagen die Online-Ausgaben der deutschen Verbraucher demnach um 51 Prozent über dem Durchschnitt der übrigen Wochen des Jahres. Die gesamten Konsumausgaben stiegen in diesem Zeitraum um 26 Prozent, die Zahl der Nonfood-Einkaufstouren lag um 24 Prozent über dem Jahresdurchschnitt. „Black Friday und Cyber Monday sind längst mehr als einzelne Aktionstage“, teilte Yougov mit.
