Online-Supermärkte Lebensmittelhandel im Netz wächst um 9,1 Prozent

Der Onlinehandel mit Lebensmitteln legte im dritten Quartal 2026 deutlich zu. Der Gesamtmarkt wuchs dagegen nur schwach und blieb unter der Inflationsrate. Asiatische Plattformen wie Shein und Temu brachen nach neuen Zollregeln um mehr als ein Drittel ein.

Freitag, 09. Oktober 2026, 11:18 Uhr
Manuel Glasfort
Lebensmittel online zu bestellen gehört für immer mehr Verbraucher zum Alltag. Bildquelle: Getty Images

Der Onlinehandel mit Lebensmitteln wuchs im dritten Quartal 2026 um 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 931 Millionen Euro. Dies teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) mit. Der gesamte Cluster Waren des täglichen Bedarfs, zu dem auch Hobby- und Freizeitartikel zählen, legte um 10 Prozent auf 2415 Millionen Euro zu.

Der Gesamtmarkt des Onlinehandels entwickelte sich dagegen schwach. Die Umsätze stiegen im dritten Quartal nur um 2,9 Prozent auf rund 18,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit lagen die Umsatzsteigerungen unter der Inflationsrate von 3,3 Prozent im September. „Nach Erholungssignalen in der ersten Jahreshälfte machen sich stark anziehende Energiepreise und sinkende Einkommenserwartungen im Online-Kaufverhalten bemerkbar“, zitierte der Verband seine Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk in der Mitteilung.

Neben Lebensmitteln wuchsen auch andere Warengruppen überdurchschnittlich. Der Onlinehandel mit Medikamenten legte um 15,4 Prozent zu, der mit Drogerieartikeln um 14,3 Prozent. Der Modehandel verzeichnete ein Umsatzplus von 4,9 Prozent bei Kleidung und 6,4 Prozent bei Schuhen.

Shein und Temu verlieren massiv Umsatz

In den großen Warengruppen Elektronikartikel und Telekommunikation sowie Möbel, Lampen und Dekoration sanken die Umsätze dagegen um 4,6 Prozent beziehungsweise 5,2 Prozent. Im Cluster Unterhaltung gingen die Umsätze um 2,6 Prozent zurück. Besonders stark sanken die Umsätze mit Bild- und Tonträgern sowie Video- und Musik-Downloads um 5,3 Prozent.

Die Umsätze der asiatischen Plattformen Shein, Temu und Aliexpress brachen im dritten Quartal um 35,5 Prozent auf 566 Millionen Euro ein. Der Marktanteil der drei Plattformen fiel auf 3,1 Prozent, nachdem er im zweiten Quartal noch bei 5,3 Prozent gelegen hatte. Seit Juli ist jede Sendung aus Drittstaaten grundsätzlich zollpflichtig. Für Kleinsendungen bis 150 Euro fällt eine Pauschale von 3 Euro pro Warengruppe an. Ab November kommt eine pauschale Bearbeitungsgebühr von 2 Euro hinzu. Die Angaben stammen aus einer Verbraucherbefragung des Verbands, für die von Januar bis Dezember insgesamt 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten befragt werden.

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