Die Hütt-Brauerei in Baunatal stellt nach 270 Jahren die Produktion ein. Die Schlossbrauerei Rheder aus Brakel in Nordrhein-Westfalen übernimmt zum 1. Dezember die Marken Hütt und Hessische Löwen sowie die Originalrezepte und Lieferverträge. Dies teilte der Geschäftsführer und Inhaber Frank Bettenhäuser mit. Rund 40 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze.
Längere Zeit nach Nachfolgelösung gesucht
Bettenhäuser hatte Ende August die geordnete Liquidation der nordhessischen Brauerei bekanntgegeben. Er habe bereits seit längerer Zeit erfolglos nach einer Nachfolgelösung für den Betrieb gesucht, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Das erklärte er damals. Nach der Ankündigung hätten ihn verschiedenste Angebote erreicht. Man habe sich schließlich für die Schlossbrauerei Rheder entschieden. „Eine Traditionsbrauerei, die auf dieselben Werte und höchsten Qualitätsansprüche setzt wie Hütt“, so Bettenhäuser.
Der Verkauf der beiden Marken und der Lieferverträge führt nach Angaben von Bettenhäuser zur Stilllegung der Brauerei und damit zur Auflösung des Produktionsstandortes Baunatal im Landkreis Kassel. „Bis zuletzt habe ich gehofft, die Brauerei als Ganzes zu verkaufen und damit die Arbeitsplätze zu erhalten“, erklärte Bettenhäuser. Durch die äußerst schwierige Lage des Biermarktes sei das leider nicht möglich gewesen.
Brauwirtschaft kämpft mit sinkenden Absatzzahlen
Die deutsche Brauwirtschaft steht angesichts sinkender Bierabsatzzahlen, steigender Kosten für Energie, Rohstoffe und Verpackung sowie geänderter Konsumgewohnheiten vor allem jüngerer Menschen vor großen Herausforderungen. Die deutsche Bierproduktion geht schon seit vielen Jahren kontinuierlich zurück, Betriebe schließen.
Ein weiteres prominentes Beispiel für die Schließung einer Braustätte in Hessen ist das Ende von Binding in Frankfurt im September 2023. Die Traditionsbrauerei, die zur Radeberger-Gruppe gehört, füllte nach 150 Jahren zum letzten Mal in Hessens größter Stadt ab. Binding-Bier wird seither in Nürnberg gebraut.
