Käse-Star 2025 Arla-DMK-Fusion löst Unbehagen im Handel aus

Mit der geplanten Fusion von Arla und dem DMK entsteht absehbar ein neuer Riese auf dem Molkereimarkt. Im deutschen Lebensmittelhandel sorgen die Pläne nicht uneingeschränkt für Begeisterung, wie Branchenvertreter Philipp Hennerkes beim LP-Wettbewerb Käse-Star 2025 deutlich machte. 

Donnerstag, 11. September 2025, 17:34 Uhr
Manuel Glasfort
Philipp Hennerkes (links) vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels im Gespräch mit Markus Wörmann, stellvertretender Chefredakteur der Lebensmittel Praxis. Bildquelle: Manuel Glasfort

Die Fusionspläne der Molkereigenossenschaften Arla und DMK sorgen im deutschen Lebensmittelhandel für Unruhe. Durch den Zusammenschluss entstünde ein neuer Riese. „Das Angebot wird bei einem Großkonzern gepoolt. Dieser ist dann so groß wie die drei dahinter“, kommentierte Philipp Hennerkes, Geschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, das Vorhaben. „19 Milliarden Euro Umsatz sind schon eine Hausnummer“, sagte er weiter beim LP-Wettbewerb Käse-Star 2025. Dieses Gewicht könnte der neue Konzern gegenüber dem Handel in die Waagschale werfen.

Besonders beargwöhnt der Handel die Pläne der beiden Genossenschaften, sich verstärkt auf den Weltmarkt zu konzentrieren. Das gehe aus dem Fusionsprojekt hervor, sagte Hennerkes. „Wir sagen: Als deutsche Händler sind ein guter, verlässlicher Absatzkanal. Es bleibt abzuwarten, wie wichtig Deutschland für diese Molkereien noch ist, wenn der Fokus auf der großen weiten Welt liegt.“

Hennerkes unterstrich, dass das Thema Tierwohl weltweit keine Rolle spiele. Er fürchtet daher: „Handel und Gastronomie im Inland müssen das überkompensieren, was man weltweit nicht erwirtschaften kann.“ Man müsse schauen, wie wichtig diese Themen für Arla und das DMK blieben. 

Hennerkes: Weniger auf den deutschen Handel schimpfen

Angesprochen auf die hohe Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sagte Hennerkes: „Auf Augenhöhe zu verhandeln ist immer gut.“ Entscheidend sei die Erzählung der Unternehmen. „Wenn man überwiegend in den Weltmarkt gehen will, nimmt die Rolle des Inlandsabsatzes ab.“ Dann könne man nicht immer auf den deutschen Handel schielen „und manchmal auch schimpfen“, so Hennerkes. 

Die Fusionspläne von Arla und dem DMK liegen derzeit zur Prüfung beim Bundeskartellamt. Hennerkes sagte: „Wir vertrauen auf das Kartellamt, den Markt vernünftig zu prüfen und eine dem Markt entsprechende Entscheidung zu treffen.“ 

Dass das Kartellamt die Fusion tatsächlich genehmigt, ist alles andere als ausgemacht. Erst vor wenigen Monaten hatten die Bonner Wettbewerbshüter die geplante Übernahme von Vion-Schlachthöfen durch den Platzhirsch Tönnies untersagt