Europa EU verschärft Regeln für Abhebungen und digitale Zahlungen

Parlament und EU-Staaten einigen sich auf neue Vorgaben für Zahlungsdienste. Banken müssen künftig prüfen, ob Name und Kontonummer übereinstimmen. Einzelhändler sollen Barabhebungen bis 150 Euro ermöglichen.

Donnerstag, 27. November 2025, 13:25 Uhr
Lebensmittel Praxis (mit dpa)
Digitale Zahlungen und Bargeldabhebungen sollen in der EU transparenter und sicherer werden. Neue Regeln stärken Verbraucher an der Kasse und online. Bildquelle: Paypal

Verbraucher in der EU sollen künftig besser vor Online-Betrug und versteckten Gebühren geschützt werden. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich auf neue Regeln für Zahlungsdienste, wie beide Seiten mitteilten. Die beiden Institutionen müssen die Einigung noch formell annehmen, bevor die Vorgaben in Kraft treten können.

Um den Zugang zu Bargeld vor allem in ländlichen Gebieten zu verbessern, sollen Einzelhändler künftig Barabhebungen zwischen 100 und 150 Euro ermöglichen können – ohne dass Kunden etwas kaufen müssen. Damit soll den Angaben zufolge unter anderem Menschen geholfen werden, die keine Geldautomaten in der Nähe haben.

Zudem sollen alle Gebühren vor einer Kartenzahlung oder beim Bargeld abheben transparent angezeigt werden müssen. Dabei geht es nach Angaben der Unterhändler beispielsweise um Wechselkurskosten oder Gebühren an Geldautomaten. Um Betrug zu erschweren, müssen Zahlungsdienstleister wie Banken künftig prüfen, ob Name und Kontonummer des Empfängers übereinstimmen, bevor eine Überweisung ausgeführt wird. Dies ist bei bestimmten Zahlungen bereits der Fall.

Zahlungsdienstleister müssen Betrugsopfer voll entschädigen

Im Fokus steht auch Identitätsbetrug, bei dem Betrüger sich als Mitarbeiter einer Bank oder anderen Zahlungsdienstleisters ausgeben und Kunden zu Zahlungen verleiten. In solchen Fällen müssen Zahlungsdienstleister laut Parlament den vollen Betrag erstatten, sofern der Kunde den Betrug bei der Polizei meldet. Versagen Anbieter bei der Betrugsprävention, können sie für die Verluste der Kunden haftbar gemacht werden.

Auch Online-Plattformen werden stärker in die Pflicht genommen: Sie haften nach Angaben des Europaparlaments künftig gegenüber Banken, die betrogene Kunden entschädigt haben, sollten sie über betrügerische Inhalte informiert worden sein und diese nicht entfernt haben.