Agrarhandel Bio-Plattform Crowdfarming kauft Marktschwärmer-Betreiber

Die spanische Bio-Plattform Crowdfarming übernimmt den französischen Direktvermarkter La Ruche Qui Dit Oui!. Zwei Drittel der mehr als 625.000 Crowdfarming-Kunden leben in Deutschland. Die fusionierte Gruppe will mehr als 10.000 Landwirten Zugang zu rund 1,5 Millionen Bestandskunden bieten.

Dienstag, 16. September 2025, 16:47 Uhr
Manuel Glasfort (mit dpa)
Die Plattform Crowdfarming ermöglicht Landwirten den Direktverkauf ihrer Produkte an Endkunden. Bildquelle: Crowdfarming

Die spanische Bio-Plattform Crowdfarming übernimmt die französische Firma La Ruche Qui Dit Oui!, die in Deutschland als Marktschwärmer aktiv ist. Dies teilten beide Unternehmen in Madrid mit. Die Plattformen ermöglichen Landwirten den Direktverkauf ihrer Produkte an Endkunden.

Zwei Drittel der mehr als 625.000 bei Crowdfarming registrierten Kunden leben nach Unternehmensangaben in Deutschland. Etwa zehn Prozent der Kunden kommen aus Österreich und der Schweiz. Crowdfarming erwartet nach eigenen Angaben in diesem Jahr einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro.

Der Zusammenschluss soll den Biohandel stärken und dem Rückgang der Agrarbetriebe entgegenwirken. „Wir Landwirte brauchen einen starken Direktvertriebskanal, um eine echte Alternative zum Supermarktverkauf zu haben“, erklärte Crowdfarming-Chef Gonzalo Úrculo in der Mitteilung. Úrculo betreibt selbst einen Hof im spanischen Valencia.

Crowdfarming verspricht Landwirten höhere Margen

Die Plattformen wollen nach eigenen Angaben den Landwirten höhere Margen ermöglichen. „Der Direktverkauf ermöglicht es den Landwirtinnen und Landwirten, höhere Margen zu erzielen“, erläuterte Crowdfarming-Mitgründerin Juliette Simonin. Die Unternehmen bieten nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Landwirten Zugang zu rund 1,5 Millionen Bestandskunden.

Der Zusammenschluss soll auch die regenerative Landwirtschaft fördern. Dies erscheint dringend nötig: Nach einem Bericht der Europäischen Kommission von 2024 sind mindestens 63 Prozent der Böden in der EU beeinträchtigt. Die Hauptursachen liegen laut dem Bericht im übermäßigen Einsatz von Chemikalien, starker Bodenbearbeitung und den für die intensive Landwirtschaft typischen Monokulturen.