Australische Brauereien wollen Biertreber zu Lebensmitteln und Leder verarbeiten. Biertreber sind die festen, ausgelaugten Rückstände des Braumalzes, die beim Läutern der Maische während der Bierherstellung anfallen.
Eine neue Forschungskooperation soll Möglichkeiten entwickeln, das proteinreiche Nebenprodukt der Bierherstellung zu hochwertigen Produkten weiterzuverarbeiten, teilte die Landesregierung von Westaustralien mit. Die Regierung unterstützt das Projekt mit 660.000 Australischen Dollar (rund 369.000 Euro) wie „Food & Beverage“ berichtet.
Die australischen Brauereien produzieren nach Angaben der Landesregierung jährlich mehr als 300.000 Tonnen Biertreber. Bei der Produktion von 100 Litern Bier fallen etwa 20 Kilogramm nasser Treber an. Bislang landet der Großteil des Trebermaterials auf Deponien oder wird als günstiges Tierfutter verwendet.
Das Projekt mit dem Namen „Value Adding to Brewery Spent Grain“ soll nun untersuchen, wie sich der Treber zu verzehrfertigen Lebensmitteln, Lebensmittelzutaten, Gesundheitsprodukten und pflanzlichem Leder weiterverarbeiten lässt. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 1,24 Millionen Australische Dollar (690.000 Euro). Die Forschungskooperation wird in Zusammenarbeit mit dem End Food Waste Cooperative Research Centre durchgeführt.
Minister Dawson sieht neue Geschäftschancen
„Die Erschließung des Potenzials von Biertreber für Lebensmittel und Fasern eröffnet neue Geschäftswege für den Brau-, Lebensmittel- und Biomaterialsektor“, erklärte der Minister für Wissenschaft und Innovation, Stephen Dawson, laut der Mitteilung. Das Projekt wird vom ChemCentre geleitet. Als Partner sind unter anderem die Curtin University und das Department of Primary Industries and Regional Development beteiligt. Zu den Industriepartnern gehören die WA Brewers Association, Spinifex Brewing, Nanollose und die Maalinup Aboriginal Gallery.
„Jedes Jahr erzeugt die australische Brauindustrie genug Treber, um den Kings Park zu bedecken“, sagte Tristan Butt, Chef des End Food Waste Cooperative Research Centre. Die Wiederverwendung in Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und nachhaltigen Materialien reduziere diesen Abfall und erschließe neue Werte. Das Forschungszentrum will nach eigenen Angaben die Lebensmittelverschwendung bis 2030 halbieren.