Müller-Brot Rund 60 Mio. Euro Schulden

Lebensmittel Praxis | 24. April 2012

Ein riesiger Schuldenberg türmt sich vor der insolventen Großbäckerei Müller-Brot auf: an die 60 Mio. Euro. Die Verhandlungen um den Rückkauf der mit Hygieneproblemen kämpfenden Brotfabrik ziehen sich derweil hin.

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Den Verbindlichkeiten stünden nach Presseberichten nur rund 10 Mio. Euro Vermögen gegenüber. „Süddeutsche Zeitung" und Münchner „Abendzeitung" stützen sich auf ein Gutachten des Insolvenzverwalters Hubert Ampferl. Nach dem Bericht der „Abendzeitung" gibt es 2.300 Gläubiger, dazu gehörten neben Banken, Lieferanten und Kfz-Werkstätten auch die einst mehr als 1.200 Mitarbeiter, von denen Müller und Höflinger nur rund 450 übernommen haben. Zwischen 2005 und 2011 habe Ostendorf einen Umsatzrückgang von 38 Prozent verkraften müssen.

Die Produktion von Müller-Brot war vor fast drei Monaten wegen massiver Hygieneprobleme geschlossen worden. Mitte Februar meldete der frühere Eigentümer Klaus Ostendorf Insolvenz an. Kurz vor Ostern übernahm die Tochter des Firmengründers, Evi Müller, zusammen mit dem Münchner Bäcker Franz Höflinger knapp 150 der rund 230 Filialen. Beide kündigten an, auch die Fabrik kaufen zu wollen. Die Verhandlungen gestalten sich jedoch schwierig.

Müller und Höflinger müssen mit Ostendorf direkt sprechen, weil die modernste von mehreren Backstraßen in Neufahrn und die EDV-Anlage nicht zu Müller-Brot selbst und damit nicht zur Insolvenzmasse gehören. Aus Unternehmenskreisen hieß es zuletzt, die Gespräche näherten sich einem positiven Ende. Erst danach tritt Insolvenzverwalter Ampferl wieder auf den Plan und verhandelt mit Ostendorf über den Kauf des Fabrikgeländes und der übrigen Anlagen. Bevor die Produktion in Neufahrn wieder anlaufen kann, muss der Betrieb aber erst von den Lebensmittelkontrolleuren erneut auf Herz und Nieren geprüft werden. Zwei Versuche, grünes Licht für das Backen zu bekommen, waren seit der Schließung am 30. Januar gescheitert.

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