Rohstoffpreise Durch Spekulanten auf Rekordniveau

Lebensmittel Praxis | 12. August 2011

Die weltweiten Lebensmittelpreise liegen laut der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in diesem Jahr auf einem Rekordniveau – trotz einer verhältnismäßig gleichbleibenden Rohstoffproduktion. Als Grund wird immer öfter das Spekulieren mit Rohstoffen genannt.

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Die Freien Brauer beispielsweise, ein Verbund unabhängiger Familienbrauereien, sehen dieses Ungleichgewicht ganz klar in den zunehmenden Spekulationen mit Agrarrohstoffen begründet. Die 38 Mitglieder des Werteverbunds fordern die Finanzakteure dazu auf, die Waren- und Finanzströme wieder nachvollziehbar und kalkulierbar zu gestalten. Zudem appellieren sie an die Spekulanten „auf die Rückbesinnung zu ehrbaren und ethischen Werten, auf die Übernahme von persönlicher Verantwortung gegenüber der globalen Hungersituation und eine stärkere Aufklärung beteiligter Investoren".

Preisverhandlungen zu Agrarrohstoffen wie Getreide in Form sogenannter Warenterminmärkte bestehen schon seit vielen Jahren. Sie dienen dazu, Landwirten ihre Ernten und Verbrauchern ihre Einkäufe gegen zu große Preisschwankungen abzusichern. Bei der Spekulation gehen Finanzakteure dagegen bewusst ein Risiko ein, indem sie auf steigende oder fallende Preise setzen, um schnelle und beträchtliche Gewinne zu erzielen. Auf den Finanzmärkten wird mit Anleihen, Aktien, Währungen, Derivaten und Rohstoffen gehandelt.

Seit Anfang 2000 zeichnet sich ein deutlicher Trend der zunehmenden Spekulation mit Agrarrohstoffen ab, der in der Finanzkrise 2008 ein Hoch erlebte. 2011 ist der Preis für Lebensmittel laut dem Index der Welternährungsorganisation FAO noch einmal drastisch gestiegen. Zu den Finanzspekulanten zählen neben Banken und Hedgefonds auch institutionelle Anleger wie Pensionsfonds, Staatsfonds und Versicherungen.