Milchindustrie Preise bleiben stabil

Lebensmittel Praxis | 01. Juni 2011

Für Milch erwartet der Milchindustrie-Verband (MIV) während des Sommers keine Preissteigerungen. Bei der Produktion zeichnet sich ein neuer Rekord ab.

Anzeige

Laut MIV-Sprecher Björn Börgermann sind 2010 rund 29 Mio. t. Milch an die Molkereien geliefert worden. Diese Rekordzahl könne in diesem Jahr noch mal übertroffen werden. „Im ersten Quartal 2011 liegen wir schon 2,2 Prozent über dem Wert des ersten Vierteljahrs 2010", sagte er. Als Gründe nennt Börgermann den gestiegenen Pro-Kopf-Verbrauch und den steigenden Export von Käse in Wachstumsmärkte wie Russland, die USA und den asiatischen Raum. Laut MIV werden 46 Prozent der hergestellten Milch zu Käse verarbeitet. Frischmilchprodukte wie Milch und Joghurt machen ein Drittel der Produktion aus, Butter und Milchpulver etwa 15 Prozent.

Börgermann hält die Preise für Milch und Milchprodukte in Deutschland verglichen mit anderen europäischen Ländern insgesamt für sehr günstig. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter kritisiert jedoch, dass sich die Milchproduktion für viele Bauern nicht mehr rechne. „60 Cent für eine Tüte Milch entsprechen nicht der Wertigkeit", sagt Sprecher Hans Foldenauer. Die Erlöse der jüngsten Preiserhöhung seien durch höhere Erzeugungskosten wie etwa teureres Saatgut, Dünge- und Futtermittel wieder aufgezehrt worden. MIV-Mann Börgermann hält dagegen, dass der Preis über den Wettbewerb entstehe: „Daher müssen die Landwirte auch auf einen wirtschaftlichen Produktionsprozess in ihren Betrieben achten."