Ilse Aigner Kritik an der Lebensmittelindustrie

Lebensmittel Praxis | 12. April 2011

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner watscht die Lebensmittelindustrie ab: Die mache es sich zu einfach, wenn sie jede Preiserhöhung mit gestiegenen Rohstoffkosten begründe, sagt sie im Interview mit der Frankfurter Rundschau.

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Die Preise der Lebensmittel würden von vielen Faktoren beeinflusst. Entscheidend sei, wie hoch der Anteil der Futtermittelkosten an den gesamten Produktionskosten ist, insbesondere die Frage, welche Handelsstufe man betrachtet. „Nehmen wir zum Beispiel ein Rindersteak: Während der Anteil der Futtermittelkosten beim Landwirt noch rund 40 Prozent beträgt, sind es nur noch etwa 15 Prozent der Gesamtkosten, wenn das Fleisch in der Kühltheke des Metzgers angekommen ist", sagt Aigner.

Auch den kausalen Zusammenhang von steigenden Brot-Preisen und den Anbau von Getreide für den Kraftstoff E10 sieht die Ministerin nicht. Die gesamte Ackerfläche in Deutschland betrage 12 Mio. ha und nur auf 240.000 ha würden Getreide und Zuckerrüben für Bioethanol angebaut. „Die Kosten, die bei der Brotherstellung auf den Rohstoff Getreide entfallen, sind gering. Löhne und Maschinen fallen da viel stärker ins Gewicht", so Aigner in dem Interview.

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