VDF/BVDF Regelgeflecht gefährdet Existenzen

LEBENSMITTEL PRAXIS | 27. Mai 2014
VDF/BVDF: Regelgeflecht gefährdet Existenzen

Bildquelle: Plachetta

Der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) und der BVDF, der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie, kritisieren ein immer verwirrender werdendes Regelgeflecht, das vor allem kleine und mittelständische Wirtschaftsunternehmen in ihrer Existenz gefährde. Ein Beispiel hierfür ist die mit der EU-Lebensmittelinformationsverordnung in Gang gesetzte verpflichtende Herkunftskennzeichnung.

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Für frisches Fleisch von Schweinen, Geflügel und Schafen wird das Regelwerk ab April 2015 Gültigkeit erlangen. Die Bedingungen sind aber so kompliziert, dass Fleischwirtschaft, Landwirtschaft und Einzelhandel erwarten, dass nur große Einheiten auf den jeweiligen Stufen in der Lage sein werden, die Bedingungen ohne zu große Kostenschübe umzusetzen. Für Fleisch als Zutat in verarbeiteten Lebensmitteln wurde eine Machbarkeitsstudie von der EU vorgelegt, die für diesen Bereich noch größere Probleme vorhersagt als für frisches Fleisch. Zudem verweist auch in diesem Bereich die Studie auf die mangelnde Bereitschaft der Verbraucher zur Übernahme höherer Preise. Die europäische Lebensmittelwirtschaft hat sich entsprechend deutlich gegen eine solche Verpflichtung zur Herkunftsangabe ausgesprochen. Die Nachfrage nach Fleisch ist in Europa leicht gesunken.

Es gibt Schwierigkeiten beim Export in Drittländer. Außerdem mangele es an gesellschaftlicher Akzeptanz für landwirtschaftliche Produkte und Erzeugungsformen, Stichwort Massentierhaltung. Der Verzehr von Fleisch und Fleischerzeugnissen stagniert in Deutschland seit rund zehn Jahren auf einem Niveau von rund 60 kg pro Kopf und Jahr. Mit 60,3 kg ging der Verzehr 2013 nach vorläufigen Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft gegenüber dem Vorjahr um 0,5 kg wieder etwas nach unten. Nach einem Rückgang der Fleischerzeugung im Jahr 2012 ist die Produktionsmenge der deutschen Schlachtwirtschaft laut vorläufigen Zahlen wieder leicht (plus 0,4 Prozent) auf 8,1 Mio. t gestiegen. Schweinefleisch, die wichtigste Fleischart, ist in ihrer Bedeutung erneut leicht gestiegen und hat mit 5,5 Mio. t einen Produktionsanteil von knapp 68 Prozent. Danach folgen Geflügelfleisch (18 Prozent), Rindfleisch (13,7 Prozent), übrige Fleischsorten (wie Schaf- und Ziegenfleisch: knapp 0,3 Prozent).

Geschlachtet wurden 58,8 Mio. Schweine und gut 3,5 Mio. Rinder (- 4 Prozent). Durchschnittlich hat jeder Bundesbürger 2013 38,1 kg Schweinefleisch konsumiert (-0,6 kg), 11,6 kg Geflügelfleisch (+ 0,3 kg), 8,9 kg (- 0,2 kg) Rindfleisch, 0,6 kg Schaf- und Ziegenfleisch sowie 1 kg andere Fleischarten (Innereien, Wild, Kaninchen). Etwa die Hälfte des Fleischverzehrs entfällt auf Fleischwaren wie Wurst und Schinken. Für 2013 zeigt die Produktionsentwicklung nach vorläufigen Zahlen ein leichtes Minus von 1,1 Prozent auf knapp 1.5 Mio. t.