Bierbranche Führungsquartett soll Einbecker Brauhaus auf Kurs bringen

Das Unternehmen Einbecker Brauhaus hat seine Führungsebene neu organisiert. Die Neuaufstellung fällt in eine schwierige Phase der Branche – die benachbarte Wolters-Brauerei hat Insolvenz angemeldet. 

Mittwoch, 14. Oktober 2026, 11:22 Uhr
Manuel Glasfort
Die Einbecker-Führung ist von den Produkten überzeugt (von links): kaufmännischer Leiter Andrej März, Vertriebs- und Marketingchef Thorsten Husmann, technischer Leiter Christoph Benseler und Vorstand Marc Kerger. Bildquelle: Einbecker / Florian Spieker Fotografie

Das Unternehmen Einbecker Brauhaus hat sein Führungsteam neu aufgestellt. Neben Vorstand Marc Kerger, seit 2023 im Amt, verantworten künftig drei weitere Manager zentrale Bereiche der Brauerei: Thorsten Husmann als Marketing- und Vertriebsdirektor, Andrej März als kaufmännischer Leiter und Christoph Benseler als technischer Leiter. Das teilte das Unternehmen mit.

Die Neuaufstellung fällt in eine schwierige Phase für die Brauwirtschaft. Sinkender Bierkonsum, veränderte Konsumgewohnheiten und wachsender Wettbewerbsdruck setzen die Branche unter Druck. In der Region zeigt sich das besonders deutlich: Die traditionsreiche Wolters Brauerei aus Braunschweig hat Insolvenz angemeldet. Einbeck befindet sich eine Autostunde südlich von Braunschweig. „Das zeigt, wie herausfordernd die Situation für unsere gesamte Branche ist“, sagte Vorstand Kerger mit Blick auf die Insolvenz. Einbecker bedauere die Entwicklung bei Wolters, sehe sich aber als verlässlichen Partner für Gastronomen und Handelspartner, die nun neue Perspektiven suchten. Auch Fachkräfte, die durch die Veränderungen in der Branche verfügbar würden, wolle das Unternehmen für sich gewinnen.

Auch Einbecker bleibt von den Problemen der Branche nicht verschont. Im Geschäftsjahr 2025 musste das Unternehmen sinkenden Umsatz und Absatz verkraften. Der Getränkeabsatz sank von rund 422.000 Hektolitern im Jahr 2024 auf rund 383.000 Hektoliter im vergangenen Jahr – ein Rückgang um 9,2 Prozent. Bei einem Umsatz von rund 34 Millionen Euro im Jahr 2025 stand unterm Strich ein Verlust von 1,7 Millionen Euro. Das zeigt: Das Führungsquartett steht Herausforderungen.

Thorsten Husmann verantwortet den Vertrieb der Brauerei seit April, seit dem 1. Oktober zusätzlich auch das Marketing. Er bringt internationale Erfahrung aus der Getränke- und Konsumgüterbranche mit und arbeitete zuvor unter anderem für Marken wie Bacardi und De Kuyper. Zu seinen Vertriebskanälen zählen Gastronomie, Lebensmitteleinzelhandel, Export und Direktvertrieb an Endverbraucher. „Einbecker kann über Bier hinaus eine starke Rolle im Getränkemarkt spielen“, sagte Husmann. Das Unternehmen wolle das Kerngeschäft ausbauen und zugleich neue Segmente entwickeln.

Andrej März und Christoph Benseler vervollständigen das Führungsteam

Den kaufmännischen Bereich leitet seit Mai dieses Jahres der 50-jährige Betriebswirt Andrej März, der nach Unternehmensangaben rund 14 Jahre Erfahrung als kaufmännischer Verantwortlicher in produzierenden Mittelständlern mitbringt, davon fünf Jahre in der Getränkebranche. Seine Laufbahn begann er demnach als Controller beim Medizin-Unternehmen Sartorius.

Christoph Benseler verantwortet als Diplom-Braumeister und Biersommelier die technische Seite. Er arbeitete zuvor unter anderem bei der Paulaner-Brauerei in München und der Privatbrauerei Schönram.

Einbecker Brauhaus will sich nach eigener Darstellung zunehmend als moderner Getränkehersteller positionieren und über das klassische Biergeschäft hinaus neue Produktkategorien erschließen. Zur Einbecker Braugruppe gehören mehrere Tochtergesellschaften, darunter die Braumanufaktur Härke in Peine und das Göttinger Brauhaus.

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