Die Unternehmensgruppe Theo Müller will zwei Produktionsstandorte in Ostdeutschland schließen. Betroffen sind das Homann-Saucenwerk im sachsen-anhaltischen Rogätz und die Schnittkäserei von Sachsenmilch im sächsischen Leppersdorf. Insgesamt stehen rund 320 Arbeitsplätze auf dem Spiel, wie das Unternehmen mitteilte. Für beide Standorte nennt der Konzern wirtschaftliche Gründe.
Die Schnittkäserei am Sachsenmilch-Standort in Leppersdorf im Landkreis Bautzen soll bereits zum 31. Dezember dieses Jahres geschlossen werden. Dort arbeiten nach Unternehmensangaben rund 160 Menschen. Neben der Produktion sollen auch die zugehörigen Verpackungs- und Verwaltungsbereiche eingestellt werden. Der Bereich lasse sich „trotz intensiver Anstrengungen und der Prüfung aller Handlungsoptionen“ dauerhaft nicht wirtschaftlich betreiben, zitierte das Unternehmen einen Sprecher in der Mitteilung. Die Sauermilchkäserei und der Mozzarella-Bereich am selben Standort seien den Angaben zufolge nicht betroffen.
Das Saucenwerk in Rogätz im Landkreis Börde soll bis Ende September 2027 die Produktion einstellen. Auch dort sind rund 160 Beschäftigte betroffen. Der Standort gehört zu Homann Feinkost, die ihn 2008 übernommen hatte. Seit 2011 gehört Homann zur Unternehmensgruppe Theo Müller. Nach Unternehmensangaben ist es trotz umfangreicher Bemühungen nicht gelungen, eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur zu erreichen. Zudem bestehe erheblicher Investitionsbedarf. Als weiteren Grund nannte das Unternehmen eine rückläufige Nachfrage nach Saucen im Glas, da Verbraucher zunehmend andere Verpackungsformate bevorzugten. Die sinkende Auslastung verschärfe die Kostenprobleme zusätzlich.
Für beide Standorte kündigte die Unternehmensgruppe an, gemeinsam mit den jeweiligen Betriebsräten an sozialverträglichen Lösungen zu arbeiten. Dabei gehe es unter anderem um Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung innerhalb des Konzerns, einvernehmliche Vertragsanpassungen sowie Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.