Edeka gibt 35 der 41 personallosen Teo-Minimärkte, die das Unternehmen im Zuge der Tegut-Übernahme erwirbt, an die Yobsti Nahversorgung weiter. Der Smartstore-Betreiber aus Mannheim soll die Kleinstmärkte künftig betreiben, während Edeka die Belieferung übernimmt.
Insgesamt übernimmt Edeka 178 Tegut-Filialen sowie das Logistikzentrum in Hünfeld-Michelsrombach und die Bäckerei Herzberger. Rewe erhält 38 Standorte, die Smart-Store-Kette Tante Enso bekommt 36 Märkte.
Für 36 weitere Filialen hat sich bislang jedoch kein Käufer gefunden. „Standorte, für die bisher noch kein Erwerber gefunden wurde, werden in einem weiteren und aktuell laufenden Bieterverfahren vergeben“, sagte eine Migros-Sprecherin. Bis zur Übernahme blieben die Läden geöffnet. Wann das Verfahren abgeschlossen sein soll und ob einzelne Filialen möglicherweise geschlossen werden müssen, ließ Migros offen.
Das Bundeskartellamt genehmigte den Erwerb der 38 Filialen durch Rewe in dieser Woche – allerdings nur unter Auflagen. Auch die Freigabe für Edeka war zuvor an Bedingungen geknüpft worden. Beide Lebensmittelhändler dürfen wegen wettbewerblicher Bedenken nicht so viele Supermärkte kaufen wie ursprünglich geplant.
Monopolkommission warnt vor zu großer Marktmacht
Die Monopolkommission sieht die Übernahmen kritisch. Das unabhängige Beratungsgremium warnt den Angaben zufolge vor Nachteilen für Verbraucher, da die vier großen Handelsketten Aldi, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, Edeka und Rewe in Deutschland bereits mehr als 90 Prozent der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel auf sich vereinten.
Migros Zürich hatte im März angekündigt, Tegut verkaufen zu wollen. Die Marke soll aufgegeben werden. Tegut war 1947 in Fulda gegründet worden und gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe. Die Kette betreibt Märkte in sechs Bundesländern, die meisten davon in Hessen. Nach Angaben von Migros beschäftigt Tegut knapp 7.500 Menschen.
