Echte Bilder statt KI-Inhalte
Wer durch die Straßen einer Innenstadt läuft, kann ihnen gar nicht mehr ausweichen. Die Rede ist von KI‑generierten Bildern für Cafés, Restaurants oder Imbissbuden. Jeder hat diese auch schon einmal mit einem Augenrollen betrachtet, denn so wie die Lebensmittel auf den KI-Bildern aussehen, sehen sie im echten Leben nie aus. Hinzu kommt nicht nur die unrealistische Darstellung, sondern auch die Übersättigung an KI‑Inhalten. Die Menschen wünschen sich zunehmend wieder realistische Inhalte, authentische Bilder und echte Geschichten. Für alle Gastronomen sollte dies ein Warnsignal dafür sein, es mit der generativen Bilderstellung nicht zu übertreiben, auch wenn die Möglichkeiten und Vorteile verlockend erscheinen. Gerade bei dem Thema Essen, das Menschen verbindet, soziale Faktoren mit Genuss verbindet, sollte die Menschlichkeit ein maßgeblicher Faktor bleiben. Unser Fazit: Der Trend des Monats sind echte Bilder, die eure Marke zeigen.
Die teuerste Stulle der Welt
In Amerika zeichnet sich ein neuer Hype ab, über den wir Deutsche nur den Kopf schütteln können; denn was wir hier einfach Abendbrot (oder ich auch Stulle mit Brot) nennen, wird im Stadtteil Soho in New York gerade der neuste Hype. Das Familienunternehmen von Martin Auer aus Österreich besitzt 42 Filialen in Österreich und nun auch eine in Big Apple. Die anderthalb Kilogramm schweren Roggenbrote werden für 60 Dollar pro Stück verkauft. Deutsche Creator verstehen die Welt nicht mehr und verbreiten den absurden Hype im Internet. Ob mit Humor oder ernsthaft, Brotmarken und Händler sowie Bäcker können diesen Trend mitnehmen und ihre Brote neu inszenieren. Ob diese dann gleich so teuer sein müssen, bleibt zu bezweifeln, aber immerhin bekommt unser geheimes Nationalgericht einen ganz neuen Stellenwert. Womöglich könnte dies auch eine große Chance für internationale Händler sein, sich mit ihren Broten vom Markt abzusetzen und die deutsche Brothandwerkskunst raus in die Welt zu tragen.
Scoopable Cookie Dough
Eigentlich dachte ich, wir hätten Keksteig bereits in allen Formen und Farben gesehen. Klassische Cookies, Soft Cookies, gefüllte Cookies, Keksteig zum Löffeln – aber jetzt gibt es eine weitere Dessertvariation: halb gebackener Keksteig mit Nutella-Füllung sowie Vanilleeis und Sauce nach Wahl. Der Keksteig ist dabei noch warm, außen knusprig und innen schön weich. Die süße Versuchung kommt wie zu erwarten aus den USA, hat aber auch schon Einzug in Deutschland gehalten. In Berlin gibt es bereits einen Ableger des Konzepts. Die Dessert-Bar meldete bereits eine Woche nach Eröffnung im August, völlig ausverkauft zu sein, und musste kurzzeitig schließen, um genug Nachschub zu bekommen. Für Marken und Hersteller zeigt dieser Trend: Bekannte Produkte lassen sich immer wieder neu inszenieren – entscheidend ist der neue Serviermoment. Indulgenz bleibt gefragt, und bestehende Produkte lassen sich über neue Formate relaunchen, während kleine, lokale Konzepte als Frühindikator für größere Marken und Ketten dienen.
Die LP-Kolumnistin Lina Arnold ist CEO von Joli und Expertin für Food-Trends und Konsumverhalten. Mit viel Gespür und Einblick in große Datenbanken zeigt sie, welche Trends den Lebensmittelhandel beeinflussen und wie Marken davon profitieren. Social Media Agentur | TikTok Agentur – Joli
