Die Europäische Union und Australien haben die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese in Canberra mit. Die Verhandlungen dauerten rund acht Jahre. Zugleich stellten beide eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor.
Das Abkommen soll Zölle und Handelshemmnisse abbauen. Besonders profitieren könnten laut EU-Kommission der Maschinenbau, die Chemiebranche, die Fahrzeugindustrie und die Landwirtschaft. Die EU erwartet, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um bis zu 33 Prozent auf jährlich 17,7 Milliarden Euro steigen.
Bei Molkereierzeugnissen rechnet die Kommission mit einem Plus von bis zu 48 Prozent, bei Kraftfahrzeugen mit 52 Prozent und bei Chemikalien mit 20 Prozent. Die EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen.
Von der Leyen will Abhängigkeiten verringern
Von der Leyen betonte, dass die EU internationale Handelsbeziehungen ausbauen und diversifizieren wolle, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern. Dies gelte besonders in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner seien. „Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind“, zitierte die Mitteilung die Kommissionspräsidentin.
Das Abkommen folgt den politischen Zielen der EU, die Beziehungen im Indopazifik-Raum auszubauen und die Kooperation mit gleichgesinnten Demokratien zu stärken. Die neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft sieht eine stärkere Zusammenarbeit gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung vor.
Australien ist nach Angaben aus Brüssel der drittgrößte Handelspartner der EU nach China und Japan. Für die Europäer ist Australien allerdings nur ein relativ kleiner Handelspartner: Im Warenhandel mit den 27 EU-Staaten rangiert das Land mit knapp 28 Millionen Einwohnern auf dem 20. Platz.