Handelsstreit eskaliert China erhebt Zölle auf EU-Weinbrand

Ab dem 5. Juli 2025 müssen europäische Brandy-Hersteller mit Zöllen von bis zu 34,9 Prozent in China rechnen. Peking wirft der EU Preis-Dumping vor. Die Maßnahme trifft vor allem französische Unternehmen und verschärft den Handelskonflikt zwischen China und der EU.

Freitag, 04. Juli 2025, 13:04 Uhr
Thomas Klaus (mit dpa)
Getrübtes Trinkvergnügen: Der Handel mit Weinbrand steht unter chinesischem Druck. Bildquelle: Getty Images

China erhebt ab dem 5. Juli 2025 Zölle auf Weinbrand aus der EU. Das chinesische Handelsministerium teilte mit, dass die Aufschläge an der Grenze zwischen 27,7 und 34,9 Prozent betragen werden.

Maßnahmen sollen zunächst fünf Jahre gelten

Eine Untersuchung des Handelsministeriums ergab laut der Mitteilung, dass bei Brandy aus Europa Preis-Dumping vorliegt. Die Getränke würden zu nicht marktüblichen Preisen verkauft, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Das Ministerium warnte, der inländischen Branche drohe dadurch „bedeutender Schaden“.

Die Zölle betreffen mehr als 60 Unternehmen, die meisten davon aus Frankreich. Für 34 Firmen können jedoch Ausnahmen gelten, wenn sie Preisverpflichtungen eingegangen sind und die notwendigen Bedingungen erfüllen. Die Maßnahmen sollen zunächst fünf Jahre in Kraft bleiben.

Peking reagiert auf EU-Zölle für Elektroautos

Peking trifft diese Entscheidung im Streit mit Brüssel über EU-Zölle auf in China gefertigte Elektroautos. Die EU hatte diese Aufschläge im Herbst 2024 eingeführt und mit staatlichen Subventionen begründet, die chinesischen Herstellern unfaire Wettbewerbsvorteile verschafften.

Der Zeitpunkt der chinesischen Entscheidung ist brisant: Sie fällt wenige Wochen vor einem geplanten EU-China-Gipfel in Peking Ende Juli 2025. Zuletzt hatte sich der Ton zwischen beiden Seiten verschärft, unter anderem wegen chinesischer Exportkontrollen auf seltene Erden und daraus gefertigte Magnete, die für die europäische Industrie wichtig sind.