Drogerieartikel Preisschlacht nach Schlecker-Pleite

Lebensmittel Praxis | 05. Juli 2012
Drogerieartikel: Preisschlacht nach Schlecker-Pleite

Bildquelle: Mugrauer

Der Kampf um die Schlecker-Kunden hält an. Nach der Schlecker-Pleite buhlen Drogerieketten, Supermärkte und Discounter weiter um die Kunden. Aldi Süd hat in dieser Woche bei rund 20 Drogerieartikeln Preise gesenkt. Darunter seien Sonnenmilch und einige Waschmittel, sagt Discountexperte Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst Planet Retail.

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Mit den Reduzierungen, die teilweise nur wenige Cent ausmachten, orientiere sich Aldi Süd am neuen Marktführer dm, erläutert Queck. Mit neuer Beleuchtung an den Regalen soll das Sortiment bei Aldi Nord und Süd zusätzlich ins rechte Licht gerückt werden. Neben Aldi Süd setzen auch andere Discounter den Rotstift an: Norma gab Preissenkungen bei einer Reihe von Drogeriewaren bekannt. Bei der Edeka-Tochter Netto Marken-Discount sind ab heute 20 Kosmetikprodukte sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel reduziert, sagte eine Sprecherin. Der Aldi-Rivale Lidl wechselt ebenfalls Preisschilder aus: „Wir senken auch", sagte eine Sprecherin von Lidl ohne nähere Angaben.

Rewe hat bereits vor einiger Zeit die Preise bei einigen Drogerieartikeln gesenkt. „Der Kampf um die Schlecker-Kunden tobt schon länger und wird auch mit harten Preisbandagen geführt", untermauert der GfK-Experte Wolfgang Adlwarth gegenüber dpa. Der Marktforscher schätzt, dass nur etwa 40 Prozent der ehemaligen Schlecker-Umsätze zu anderen Drogerieketten wandern werden. Ein etwa gleichgroßes Stück könnten sich insgesamt Supermärkte, SB-Warenhäuser, Fachgeschäfte wie Parfümerien sowie Apotheken von dem zu verteilenden Umsatzkuchen abschneiden. In Richtung der Discounter würden sich wahrscheinlich etwa 20 Prozent des ehemaligen Schlecker-Umsatzes verschieben.