Schlecker Sanierung hat Priorität

Lebensmittel Praxis | 30. Januar 2012
Schlecker: Sanierung hat Priorität

Bildquelle: Belz

Nach Einigung mit der Markant-Gruppe sowie rund 140 Lieferanten, darunter Procter & Gamble, Beiersdorf, Unilever und Henkel, sei die uneingeschränkte Betriebsführung bei Schlecker „im Wesentlichen" wieder hergestellt, erklärte Arndt Geiwitz, der vom Amtsgericht Ulm zum vorläufigen „starken" Verwalter ernannt wurde und damit mehr Befugnisse erhalten hat.

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Ob Schlecker in ein Insolvenzplanverfahren gehen könne, sei noch unklar. Nach erster Bestandsaufnahme sehe er im Unternehmen jedoch „in vielerlei Hinsicht Substanz", so Geiwitz im Rahmen einer Pressekonferenz am Schlecker-Stammsitz in Ehingen.

Auslöser für die Insolvenz waren Lieferantenschulden in niedriger zweistelliger Millionenhöhe. Darüber hinaus gab Geiwitz aktuelle Zahlen bekannt: Aktuell betreibe Schlecker mehr als 6.000 Filialen in Deutschland mit rund 32.000 Mitarbeitern.

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Die Auslandsgesellschaften seien nicht in die Insolvenz einbezogen, sie seien wirtschaftlich eigenständig und profitabel. Zudem schreibt nach Angaben von Schleckers Finanzchef Sami Sagur der größte Teil der Verkaufsstellen in Deutschland schwarze Zahlen. Die hohe Kundennähe sei ein wichtiger Wert, eine Sanierung habe daher Priorität. Auch gebe es keine Bankverbindlichkeiten.

Das Amtsgericht Ulm habe am Morgen eine „vorläufig starke Verwaltung" angeordnet. Dies bedeutet, dass die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über das Vermögen des Schuldners auf den Insolvenzverwalter übergeht. Wesentliche Pflichten sind die Sicherung des Vermögens des Schuldners und die Fortführung der Unternehmung bis zur Eröffnung des eigentlichen Verfahrens. Geiwitz will zunächst unter anderem die Mietzahlungen für die Läden sichern.

Es gebe in der Familie keine wesentlichen privaten Vermögen mehr, dementierte Meike Schlecker, Tochter des Firmengründers, entsprechende Gerüchte. Hier seien die Mittel in den vergangenen Jahren ebenfalls in das Unternehmen reinvestiert worden.