Schlecker Plan-Insolvenz

Lebensmittel Praxis | 20. Januar 2012
Schlecker: Plan-Insolvenz

Bildquelle: Christian Belz

Die Drogeriemarktkette Schlecker will die weitere Restrukturierung über ein Plan-Insolvenzverfahren fortsetzen. Der Antrag wurde heute wie angekündigt beim Amtsgericht Ulm eingereicht.

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„Bei uns ist ein unterzeichnetes Fax eingegangen, im Laufe des Vormittags wird der Antrag im Original eingehen", sagte ein Sprecher des Gerichts der dpa. Bereits das Fax gelte aber als „vollwirksamer Antrag". Im nächsten Schritt werde sich der zuständige Insolvenzrichter Benjamin Webel mit dem Antrag auseinandersetzen. 

Der Antrag auf Plan-Insolvenz gilt für die Anton Schlecker e.K. sowie die Schlecker XL GmbH und die Schlecker Home Shopping GmbH. Das Auslandsgeschäft der Drogeriekette Schlecker sowie die Tochter IhrPlatz sind außen vor.

„Familie und Management sind diesen schweren, aber notwendigen Schritt gegangen, um den eingeschlagenen Weg der Restrukturierung  fortzusetzen und erfolgreich umsetzen zu können", gab Schlecker am Freitag in einer Unternehmensmitteilung bekannt. Notwendig geworden sei der Schritt, da eine geplante Zwischenfinanzierung nicht realisiert werden konnte.

Ziel der Plan-Insolvenz sei der Erhalt eines großen Teils des Filialnetzes und damit auch der rund 30.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Das Vorgehen: Schlecker wird einen Antrag auf Insolvenz stellen und diesen direkt mit einem Vorschlag für die Sanierung verbinden. Folgen die Gläubiger dem Plan, bleibt die alte Geschäftsführung im Amt und der bestellte Insolvenzverwalter wird begleitend tätig.

Der Geschäftsbetrieb werde unverändert weiter laufen, auch die Zahlung der Mitarbeitergehälter sei im Rahmen des Insolvenzausfall-Geldes gesichert.

Das Unternehmen befindet sich seit Mitte 2010 in einer umfassenden Restrukturierung. Gestern noch war bekannt geworden, dass der ehemalige Edeka-Chef Alfons Frenk im Auftrag von Schlecker Kontakt zu potentiellen Geldgebern aufnimmt. Frenk sondiere derzeit mehrere Beteiligungsmodelle, etwa einen gemeinsamen Einstieg mehrerer Investoren, berichtete das Manager-Magazin.