Discounter Stagnation in Frankreich

Lebensmittel Praxis | 24. November 2011

Der Boom der Discounter Aldi und Lidl scheint in Frankreich vorerst vorbei. Seit zwei Jahren stagnieren die Marktanteile der Ketten. In England hingegen zieht das Geschäft wieder an.

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Zum dritten Jahr in Folge wird der Marktanteil der Discounter in diesem Jahr bei 13,6 Prozent verharren, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf die französische Tageszeitung „Le Figaro". Aldi kommt dabei unverändert auf 2,5 Prozent, Lidl auf 4,5 Prozent Marktanteil – trotz Flächenzuwachses. „Die Umsätze sind seit dem Höhepunkt 2008 leicht zurückgegangen", zitiert „Le Figaro" Pascal Hadrot von der Gewerkschaft CFDT.

Bis 2008 war der Wachstumskurs der beiden Discounter ungebrochen. Seitdem hat auch die Flächenexpansion an Dynamik verloren. Seit 2009 eröffnete Aldi rund 70 neue Filialen, bei Lidl sind es jährlich 50 bis 60. Insgesamt betreibt Aldi 850 Geschäfte, Lidl 1.600.

Die Konkurrenz habe auf die aggressiven deutschen Angreifer reagiert, so die Erklärung. Sie habe den Druck auf die Lieferanten deutlich erhöht und für bestimmte Artikel Discountpreise eingeführt. Auch hätten Aldi und Lidl den Trend verschlafen, dass immer mehr Franzosen Lebensmittel im Internet bestellen und dann nur noch im Supermarkt abholen.

In Großbritannien hingegen hätten Discounter laut Informationen der Marktforschungsgesellschaft IGD im vergangenen Jahr nach einer Stagnationsphase wieder mehr Käufer in ihre Filialen gelockt. Fast jeder zweite Konsument würde bei einem Discounter einkaufen, wenn er eine Filiale in der Nähe seines Arbeitsplatzes oder seiner Wohnung hätte, ergab eine Umfrage. Die Marktforscher sehen noch großes Wachstumspotenzial für die Billigheimer. Vor allem junge Leute seien bereit, beim Discounter einzukaufen, die angespannte wirtschaftliche Lage bringe zusätzlich Käufer.