Der Logistikkonzern Kühne+Nagel hat ein konzernweites Kostensenkungsprogramm angekündigt. Das Unternehmen will durch strukturelle Maßnahmen jährlich mehr als 200 Millionen Schweizer Franken (216 Mio. Euro) einsparen, wie es mitteilte.
Die Produktivität soll durch Prozessoptimierungen in zentralen Funktionen und den Märkten sowie durch verstärkte Automatisierung und Shared-Service-Center langfristig steigen. „Schwierige externe Faktoren zwingen uns, unsere Effizienz und die Performancekultur nachhaltig und langfristig zu steigern“, erklärte Konzernchef Stefan Paul in der Mitteilung.
In den ersten neun Monaten 2025 sank der operative Gewinn (EBIT) um 17 Prozent auf 1,0 Milliarden Franken (1,1 Mrd. Euro). Der Reingewinn ging ebenfalls um 17 Prozent auf 761 Millionen Franken (822 Mio. Euro) zurück. Der Nettoumsatz stieg dagegen um 3 Prozent auf 18,5 Milliarden Franken (20 Mrd. Euro), wie das Unternehmen mitteilte.
Kühne+Nagel gewinnt Marktanteile in Luft- und Seefracht
Kühne+Nagel hat nach eigenen Angaben durch gezielte Investitionen in Cloud-Infrastruktur, verderbliche Güter und Logistikdienstleistungen insbesondere in der Luftfracht Marktanteile hinzugewonnen. In der Seefracht erzielte das Unternehmen den Angaben zufolge Fortschritte im KMU-Segment.
Die Partners Group hat am 19. August 2025 ihre Verkaufsoption genutzt und ihren Anteil von 24,9 Prozent am chinesischen Luftfrachtdienstleister Apex Logistics an Kühne+Nagel veräußert. Der Kaufpreis beträgt 886 Millionen Franken (958 Mio. Euro). Die Transaktion soll im vierten Quartal 2025 abgeschlossen werden. Für das Gesamtjahr 2025 rechnet Kühne+Nagel mit einem operativen Gewinn von mehr als 1,3 Milliarden Franken (1,4 Mrd. Euro).
Mit rund 85.000 Mitarbeitern an über 1.300 Standorten in fast 100 Ländern ist die Kühne+Nagel-Gruppe nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Logistikdienstleister. Auch für die Lebensmittelbranche in Deutschland spielt der Konzern eine zentrale Rolle.