Metro Real-Verkauf auf Eis gelegt

Lebensmittel Praxis | 04. November 2011

Der Handelskonzern Metro stoppt die Gespräche über eine Veräußerung der Supermarktkette Real: Der Plan von Metro-Chef Eckhard Cordes werde vor dessen Ablösung nicht mehr weiterverfolgt. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD).

Anzeige

Die FTD zitiert einen Sprecher: „Wir haben in den letzten Monaten mit mehreren Interessenten für Real Gespräche geführt und Optionen für Verkauf und Partnerschaften geprüft. Derzeit laufen von unserer Seite keine aktiven Gespräche mehr."

Für Real gälten nun alle Optionen, „das geht bis zum Verbleib in der Metro-Familie", so der Sprecher. Die Zukunft der Kette mit 52.000 Mitarbeitern dürfte auch davon abhängen, wer Metro künftig führt.

Cordes Anliegen war es bisher, Real und Kaufhof zu veräußern. Für Kaufhof interessieren sich seit Kurzem die österreichische Immobiliengruppe Signa und Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen.

Real wird wohl bis auf Weiteres bei Metro bleiben. Setzt sich Metro-Vorstand Joël Saveuse als Nachfolger von Cordes durch, wird nach Einschätzung der FTD Metro die Sanierung von Real wohl zunächst selbst vorantreiben. Saveuse hat diese jahrelang geleitet.

Real war über Jahre ein Verlustbringer. Im Zuge der Neuausrichtung seit 2008 hat Saveuse unrentable Filialen geschlossen, am Sortiment gefeilt und mehr Frischware eingeführt. Auch die Renovierung der Filialen macht Fortschritte. „Drei Viertel der deutschen Real-Läden sind jetzt modernisiert", sagte Cordes kürzlich. Damit schaffte Real in den ersten neun Monaten 2011 einen operativen Gewinn vor Sonderfaktoren von 13 Mio. Euro, während im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 25 Mio. Euro verbucht wurde.