Kaiser‘s Tengelmann Elefantentreffen

Tobias Dünnebacke | 20. September 2016

Vor der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am 23. September schießen die Spekulationen ins Kraut. Nun vermeldet die Deutsche Presse-Agentur, dass  am Donnerstagabend vor der Sitzung ein Spitzentreffen der Unternehmenschefs stattfinden soll.

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In die Bemühungen zur Rettung von rund 15.000 Jobs bei der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann kommt somit nun Bewegung. Am Donnerstagabend sei ein Treffen der Vorstände von Edeka (Markus Mosa); Rewe (Alain Caparros) und Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan W. Haub mit Vertretern der Gewerkschaft Verdi geplant, bei dem nach einer Lösung für die festgefahrene Situation gesucht werden solle.

 Das Treffen ist möglicherweise die letzte Chance, eine Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann und damit den Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen zu verhindern. Wie die Funke Mediengruppe und dpa aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen erfuhr, haben sich Tengelmann-Chef Haub und Edeka-Chef Mosa darauf geeinigt, den Kaufvertrag zu lösen, sollte das Spitzengespräch kein Ergebnis bringen. Damit wäre der Komplettverkauf unter den Bedingungen der Ministererlaubnis vom Tisch.

Eine Schlüsselrolle im Drama um Kaiser's Tengelmann spielt neben dem Wirtschaftsminister die Rewe. Das Unternehmen hat zusammen mit Markant vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf eine Eilentscheidung erwirkt, die den Vollzug der Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka trotz Ministererlaubnis stoppt. Mitarbeiter von Kaiser’s Tengelmann haben sich unterdessen mit einem Brief und mit Aktionen vor Rewe-Märkten an die Rewe-Vorstände Caparros und Souque gewandt mit der Bitte, die Klage zurückzunehmen, damit die Fusion vollzogen werden könne.


Auch eine Einigung in dem Spitzengespräch allerdings dürfte schwierig werden, denn die Aufteilung der Filialen unter den Interessenten Edeka und Rewe, ohne Berücksichtigung anderer, dürfte erneut die Kartellwächter auf den Plan rufen. Der ehemalige Vorsitzende der Monopol-Kommission, Daniel Zimmer, der wegen der Ministererlaubnis zurückgetreten war, warnte vor einer Aufteilung der Märkte zwischen Edeka und Rewe. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte er, es gebe Alternativen, die deutlich wettbewerbsfreundlicher seien. „Wenn jetzt wirklich nur diese drei sich zusammensetzen, sieht das ein bisschen so aus, als würden die Mächtigen die Welt unter sich aufteilen und als hätten letzten Endes doch die Verbraucher den Nachteil.“