Karstadt Interims-Chef kündigt harte Einschnitte an

LEBENSMITTEL PRAXIS | 31. Juli 2014

Kurswechsel bei Karstadt nach dem Abgang der ehemaligen Chefin Eva-Lotta Sjöstedt: Interims-Chef Miguel Müllenbach kündigt eine heftige Sparrunde an. „Es gibt keine Tabus mehr“, sagte er dem „Handelsblatt“. Gleichzeitig versucht er, Optimismus zu verbreiten. Der Konzern sei „keineswegs chancenlos“, die Betriebsform Warenhaus habe Zukunft.

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„Unsere Betriebskosten waren und sind zu hoch für unser Geschäftsmodell“, zitiert das Blatt den Finanzchef. Alles komme auf den Prüfstand: Die Zentrale in Essen, Logistik und Filialen müssen sich auf einen harten Sparkurs einstellen. Schließlich habe Karstadt allein im Geschäftsjahr 2012/13 rund 100 Mio. Euro Einzelhandelsumsatz abgegeben und operativ 124 Mio. Euro Verlust geschrieben, gab Müllenbach zu Protokoll. Der Umbau des Sortiments habe mehr Kunden verschreckt als neue angelockt. Auch vom Onlinegeschäft habe das Unternehmen nicht profitiert. Trotz der „heute niedrigen Ertragsbasis“ ist Müllenbach überzeugt, dass Karstadt noch in die Erfolgsspur zurückfinden könne. „Unsere finanziellen Mittel sind ausreichend, um handlungsfähig zu sein.“

Müllenbach und Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz leiten den Warenhauskonzern nach dem überraschenden Abgang von Chefin Eva-Lotta Sjöstedt Anfang Juli. Die für den heutigen Donnerstag angesetzte Aufsichtsratssitzung wurde auf den 21. August verschoben. Dann wollen die beiden Manager ihre Strategie vorstellen, mit der Karstadt überleben soll.