Haferdrink-Pionier legt Zahlen vor Oatly kämpft sich langsam aus der Verlustzone

Der schwedische Konzern Oatly meldet für 2025 erstmals ein positives bereinigtes Betriebsergebnis. Unterm Strich steht allerdings weiterhin ein Verlust. Auch die Eigenkapitalsituation ist kritisch.

Freitag, 13. Februar 2026, 16:25 Uhr
Manuel Glasfort
Oatly ist als Marke für Milchersatzprodukte auf Haferbasis fest etabliert. Doch profitables Wirtschaften fällt dem Unternehmen weiterhin schwer. Bildquelle: Oatly

Der schwedische Haferdrink-Hersteller Oatly hat im Jahr 2025 erstmals ein positives bereinigtes Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (adjusted EBITDA) erzielt. Das Unternehmen meldete ein Adjusted EBITDA für das Gesamtjahr in Höhe von 6,8 Millionen US-Dollar (5,7 Mio. Euro), nachdem es in den Vorjahren tiefrote Zahlen geschrieben hatte. Trotz der operativen Fortschritte weist Oatly für 2025 unterm Strich einen Nettoverlust in Höhe von 153,1 Millionen Dollar aus (rund 130 Millionen Euro). 

Der Konzernumsatz stieg um 4,7 Prozent auf 862,5 Millionen Dollar (rund 726 Mio. Euro). Währungsbereinigt lag das Wachstum allerdings nur bei 2,2 Prozent. Das Verkaufsvolumen legte um 5,3 Prozent zu, während der Preis- und Mix-Effekt mit minus 3,1 Prozent negativ ausfiel. Dies deutet auf zunehmenden Wettbewerbs- und Promotionsdruck hin.

Regional entwickelte sich das Geschäft sehr unterschiedlich: In Europa und anderen internationalen Märkten außerhalb Chinas und Nordamerikas stieg der Umsatz um 11,2 Prozent, währungsbereinigt um 6,4 Prozent. Das Volumen wuchs um 8,9 Prozent, insbesondere im Barista-Segment. Die Region erwirtschaftete im Gesamtjahr 2025 ein Adjusted EBITDA von 88,2 Millionen Dollar (etwa 75 Mio. Euro), und ist damit der klare Ergebnismotor des Konzerns.

Demgegenüber schrumpfte der Umsatz in Nordamerika um 9,1 Prozent auf 249,6 Millionen Dollar (212 Millionen Euro). Das Absatzvolumen sank um 11 Prozent, maßgeblich durch geringere Abverkäufe an einen großen Foodservice-Kunden, wie das Unternehmen mitteilte. Das Adjusted EBITDA verbesserte sich zwar leicht auf 1,9 Millionen Dollar, etwa 1,6 Millionen Euro, doch strukturell bleibt der Markt herausfordernd.

In China und Taiwan wuchs der Umsatz um 13,1 Prozent auf 130,0 Millionen Dollar, umgerechnet 110 Millionen Euro. Das Absatzvolumen legte um knapp 20 Prozent zu, allerdings drückte ein negativer Preis- und Mix-Effekt von minus 7 Prozent auf die Erlösqualität. 

Oatly verbessert Bruttomarge im vierten Quartal deutlich

Im vierten Quartal stieg der Umsatz um 9,1 Prozent auf 233,8 Millionen Dollar, rund 199 Millionen Euro. Die Bruttomarge verbesserte sich deutlich um 5,8 Prozentpunkte auf 34,5 Prozent. Ausschlaggebend waren den Angaben zufolge Produktivitätsfortschritte in der Lieferkette, ein günstigerer Kanal- und Produktmix sowie das Ausbleiben hoher Sondereffekte aus dem Vorjahr. Das Adjusted EBITDA drehte mit 11,0 Millionen Dollar (9,4 Mio. Euro) klar ins Plus, nachdem es im Vorjahresquartal noch bei minus 6,1 Millionen Dollar gelegen hatte. Der Nettoverlust reduzierte sich auf 19,1 Millionen Dollar (16,2 Mio. Euro), nach 91,2 Millionen Dollar im Vorjahr.

Besonders kritisch bleibt bei Oakly die Eigenkapitalsituation: Das Eigenkapital ist auf 19,7 Millionen Dollar (16,6 Mio. Euro) abgeschmolzen, bei Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 767,5 Millionen Dollar (647 Mio. Euro).

Die Investitionsausgaben wurden im Gesamtjahr 2025 auf 15,3 Millionen Dollar (12,9 Mio.) zurückgefahren. Im Herbst refinanzierte das Unternehmen über nordische Anleihen und ersetzte bestehende Kreditlinien. Die Zinslast bleibt jedoch hoch: 2025 beliefen sich die Finanzaufwendungen netto auf 77,2 Millionen Dollar (65,06 Mio. Euro).

Für 2026 stellt Oatly ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent sowie ein Adjusted EBITDA von 25 bis 35 Millionen Dollar in Aussicht, umgerechnet etwa 21 bis 30 Millionen Euro. 

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