Bezahlen im Handel Umsatz mit Karten nimmt zu

Lebensmittel Praxis | 23. April 2013
Bezahlen im Handel: Umsatz mit Karten nimmt zu

Bildquelle: Easycash

Zum ersten Mal hat der Anteil des Kartenumsatzes am Gesamtmix der Zahlungsarten im deutschen Einzelhandel die 40-Prozent-Hürde überschritten. Am häufigsten greifen die Kunden nach einer Studie des EHI zur EC-Karte. Die Händler investieren verstärkt in neue Kassentechnologien.

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Während der Bargeldanteil im deutschen Einzelhandel laut der Studie „Zahlungsarten im Handel 2013" auf 55,6 Prozent gesunken ist, legen Zahlungskarten weiter zu. Ihr Umsatz stieg 2012 auf 159 Mrd. Euro, eine Steigerung von rund 8 Mrd. Euro. Das sind – gemessen am Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne (exkl. Kfz, Mineralöl, Apotheken, Versandhandel, aber inkl. Umsätze von Tankstellenshops) – 41,3 Prozent von 385 Mrd. Euro.

Dabei hat die EC- bzw. Debit-Karte die Nase vorn. 84,5 Prozent (134 Mrd. Euro) des gesamten Umsatzes mit Zahlungskarten tätigten die Kunden mit der EC-Karte. Die durchschnittlichen Einkaufsbeträge mit EC-Karten sind laut EHI kleiner als die mit Kreditkarten. Die Kölner gehen davon aus, dass der Kunde in neun von zehn Fällen an der Kasse zur EC-Karte greift und nur einmal zur Kreditkarte.

Vom Handel kassiert die Deutsche Kreditwirtschaft über ihr PIN-gestütztes Girocard-System für EC-Karten-Transaktionen jedes Jahr 292 Mio. Euro an Gebühren – mit steigender Tendenz. Seit Kurzem sind diese Gebühren frei verhandelbar. Allerdings mit unzureichender Wirkung, wie das Bundeskartellamt meint und daher die Vorgehensweise der Kreditwirtschaft prüfen will. Umso wichtiger ist laut EHI daher die Bedeutung des für den Handel deutlich preiswerteren und beim Kunden ebenso beliebten Lastschriftverfahrens.

Dem kontaktlosen sowie dem mobilen Bezahlen bescheinigt der Handel vielversprechende Zukunftsperspektiven. Mehr als 70 Prozent der großen Unternehmen planen, in innovative Bezahlverfahren wie NFC-Technologie (Near Field Communication) oder QR-Code-Scanner zu investieren. Für den Handel hat laut Studie allerdings die Datensicherheit Priorität: 63 Prozent der befragten Händler nannten Sicherheit an erster Stelle, mit deutlichem Abstand gefolgt von den Themen Kosten und Geschwindigkeit. Deutlich weniger wichtig ist den Händlern die Investitionssicherheit.

An der Erhebung des EHI haben sich 572 Unternehmen mit 70.000 Betrieben aus 36 Branchen beteiligt. Der Umsatz der befragten Unternehmen macht mit 212,8 Mrd. Euro rund 55 Prozent des Einzelhandelsumsatzes in Deutschland aus.