Schweiz Handel setzt auf Kleinformate

LEBENSMITTEL PRAXIS | 20. September 2010

In der Schweiz setzen Coop und Migros verstärkt auf Mini-Supermärkte. Diese bis etwa 500 qm großen Formate sind als Quartier- oder Dorfläden mit einem umfassenden Sortiment inklusive Frische konzipiert.

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Nach einem Bericht der Handelszeitung hat vor allem die Coop das Konzept für sich entdeckt: «Wir haben uns entschieden, auch in Zukunft in unsere kleinen und mittleren Standorte zu investieren», sagt Coop-Chef Hansueli Loosli. Er will die Anzahl der Verkaufsstellen weiter ausbauen. Läden bis 500 qm spielen dabei eine wichtige Rolle. Coop möchte Kunden ohne Auto ansprechen, also 20 bis 25 Prozent der Städter, und gleichzeitig der demografischen Entwicklung (höhere Lebenserwartung und mehr Einzelhaushalte) Rechnung zollen.

Diese Märkte sollen die noch kleineren Pronto-Märkte ergänzen. Vor allem die Flächenproduktivität der kleinen Formate habe Coop überzeugt: Ein Coop-Megastore bringt durchschnittlich 7.463 CHF pro qm, ein Supermarkt 12.665 CHF/qm - ein Coop Pronto 25.106 CHF/qm im Jahr. Bei der Migros baut die Migros-Genossenschaft Aare, ihr Kleinladenformat Voi aus. «Rund 20 Quartier- und Dorfläden sind in den Kantonen Bern, Aargau und Solothurn für die nächsten Jahre geplant», erklärt Reto Leutwiler, Leiter Projekt Voi. Zurzeit gibt es acht Voi-Läden, die zwischen 260 und 450 qm groß sind. Betrieben werden sie von Franchisenehmern. Das Voi-Konzept bleibt vorläufig auf Migros Aare beschränkt. Schweizweit plant Migros für 2010 sechs neue kleine und mittelgroße Supermärkte.