Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat der Erzeugergenossenschaft Pfalzmarkt einen Besuch abgestattet. Diesen nutzte Pfalzmarkt-Vorstand Reinhard Oerther und wies den SPD-Politiker, der in wenigen Wochen eine Landtagswahl zu bestreiten hat, mit deutlichen Worten auf die sehr schwierige Situation der Branche hin. Die sei so angespannt, wie selten zuvor.
Oerther: Mindestlohnplus erhöht wirtschaftlichen Druck
Oerther stellte fest: Die Stärkung der Landwirtschaft und auch deren Bedeutung für die Versorgungssicherheit sowie kurzer Wege bei der Frischeversorgung seien von allen Spielern im Markt klar erkannt worden. Doch statt den Anbau von frischem, gesundem und nachhaltig in Deutschland angebauten Obst und Gemüse zu fördern, passiere genau das Gegenteil.
Der Vorstand konkretisierte: „Die weitere Mindestlohnerhöhung zum 1. Januar 2026 von 12,82 Euro auf aktuell 13,90 Euro sorgt bei den einzelnen Mitgliedsbetrieben für zusätzliche Kostenbelastungen für meist ungelernte Kurzzeitbeschäftigte im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Das verschärft den wirtschaftlichen Druck. Die Folgen sind aktuell schwer abzusehen.“ Neben einem Schwerpunktwechsel in weniger arbeitsintensive Kulturen drohten auch Betriebsaufgaben, so Oerther.
Konkrete Lösungsvorschläge von Landesregierung erwartet
Im Anschluss an das Gespräch mit Schweitzer sagte Reinhard Oerther: „Nach dem Dialog mit dem Ministerpräsidenten erwarten die Pfalzmarkt-Erzeuger von der Landesregierung konkrete Lösungsvorschläge, mit denen die mittelständischen Betriebe entlastet und der bundesweit einmalige Wachstumscluster Gemüsegarten Pfalz – im Sinne des Landes – viel aktiver gefördert und unterstützt werden kann.“
Schweitzer wiederum stellte heraus, dass sich die Landesregierung für weniger Bürokratie einsetze und die Betriebe unterstütze, insbesondere bei Investitionen in digitale Lösungen sowie in nachhaltige Technologien und Anbaumethoden. Über die Geobox-Infrastruktur würden alle staatlichen frei verfügbaren Daten, die für die Landwirtschaft relevant seien, an einem Ort digital bereit gestellt. Mit der Hofübernahmeprämie würden junge Landwirte ermutigt, Betriebe zu gründen oder weiterzuführen. Und durch die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut in Kaiserslautern sowie einer Vielzahl von Forschungsprojekten zur Landwirtschaft werde eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaf erreicht, so der Ministerpräsident.