Der italienische Tomatenhersteller Mutti hat in der Saison 2026 nach eigenen Angaben 775.000 Tonnen rohe Tomaten verarbeitet – deutlich mehr als die rund 725.000 Tonnen im Vorjahr, die damals einen Unternehmensrekord darstellten. Angaben zur Entwicklung der Anbaufläche machte Mutti nicht. Jedoch warnte das Unternehmen vor wachsenden Risiken durch den Klimawandel für die gesamte Branche.
Wie Mutti mitteilte, begann die Verarbeitungssaison bereits Anfang Juli und damit so früh wie nie zuvor. Grund dafür sei eine durch extreme Hitze beschleunigte Reifung der Tomaten gewesen. Gleichzeitig hätten außergewöhnlich hohe Temperaturen und heftige Hagelstürme die Erträge pro Hektar vor allem in Norditalien unter den Fünfjahresdurchschnitt gedrückt. In der zweiten Sommerhälfte seien die Brix-Werte – ein Maß für den Zuckergehalt der Tomaten – deutlich gesunken. Süditalien habe sich den Angaben zufolge als widerstandsfähiger erwiesen und bei einigen Sorten eine hohe Qualität geliefert.
Unternehmenschef Francesco Mutti nutzte die Mitteilung, um politische Forderungen zu formulieren: „Wir können uns nicht länger auf äußere Faktoren verlassen und es uns erst recht nicht leisten, erst dann zu handeln, wenn die Katastrophe bereits eingetreten ist.“ Ohne sofortige Investitionen in die Infrastruktur und eine verantwortungsvolle Planung stehe „die gesamte Made-in-Italy-Wirtschaft vor einem systemischen Risiko“, so Mutti. Als besonderes Problem benannte er die zunehmende Wasserknappheit in der Po-Ebene durch das Abschmelzen von Gletschern und Schneefeldern.
Mutti sieht Risiko eines Überangebots gebannt
Die Saison habe laut dem Unternehmen auch gezeigt, wie wichtig eine präzise Koordination entlang der Lieferkette sei. Zu Beginn der Saison habe das Risiko eines Überangebots bestanden, weil die Anbauflächen in ganz Italien groß gewesen seien. Dieses Ungleichgewicht habe sich im Laufe der Monate ausgeglichen, da die tatsächlichen Erträge unter den ursprünglichen Prognosen lagen.
Das Unternehmen mit Sitz in Montechiarugolo bei Parma bezeichnet sich als europäischen Marktführer bei Tomatenprodukten. Laut der Mitteilung erzielte Mutti 2025 einen Umsatz von 777 Millionen Euro und ist in 100 Ländern vertreten. Seit 2017 hat Mutti seine Präsenz in Deutschland deutlich ausgebaut und den wertmäßigen Marktanteil nach eigenen Angaben von 1,7 Prozent auf 14,2 Prozent gesteigert.