Metro Group Streit bei Media-Saturn

Lebensmittel Praxis | 02. August 2011
Metro Group: Streit bei Media-Saturn

Bildquelle: Metro Group

Die roten Zahlen bei den Fachmarktketten Media Markt und Saturn bescherten der Metro Group im zweiten Quartal 2011 eine Gewinneinbuße von über 13 Mio. Euro. Unterm Strich blieb jedoch immer noch ein Konzerngewinn von 40 Mio. Euro, wie Metro-Chef Eckhard Cordes (Foto) in Düsseldorf mitteilte.

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Hauptsächlich durch Preissenkungen und Rabattaktionen verbuchte Media-Saturn erstmals seit Jahrzehnten im zweiten Quartal einen operativen Verlust, und zwar in Höhe von 36 Mio. Euro. Dagegen gelangen den Vertriebslinien Metro Cash & Carry und Real Gewinnsprünge. Real schrieb mit 10 Mio. Euro operativ diesmal schwarze Quartalszahlen. Kaufhof verringerte den Quartalsverlust von 15 auf 4 Mio. Euro. Für die Warenhaus-Tochter sucht die Metro "ohne Zeitdruck" nach einem Käufer. Ob Real verkauft wird, ist vorläufig noch nicht entschieden.

Die Ertragskraft des Handelskonzerns ist laut Cordes ungebrochen, auch wenn man die Prognose für das Umsatzwachstum 2011 auf „über Vorjahresniveau" gesenkt habe. Die Wachstumsprognose für das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis (Gewinn vor Zinsen und Steuern) bleibe jedoch mit rund 10 Prozent unverändert.

Um Media-Saturn noch in diesem Jahr wieder auf Erfolgskurs zu bringen, soll der nach den Metro-Großhandelsmärkten zweitgrößte Ertragsbringer des Konzerns eine Neuausrichtung erfahren, die im Wesentlichen durch Personalabbau und Forcierung des Online-Geschäftes geprägt sein wird. Die Online-Offensive wird jedoch von einem neuen Streit überschattet. Cordes warf dem Media-Saturn-Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals vor, die Geschäftsführung der Elektronikketten zu schwächen, indem er dem Kauf von zwei kleinen Internetfirmen nicht zugestimmt habe. Dies sei nicht im Interesse des Managements. Kellerhals ließ unterdessen mitteilen, er wolle verhindern, dass mehrere Zukäufe auf einmal zu viele Kapazitäten der Media-Saturn-Geschäftsführung binden könnten. Metro besitzt gut 75 Prozent der Media-Saturn-Holding. Der Firmengründer Kellerhals und Leopold Stiefel halten die übrigen 25 Prozent.