Gesetzliches Wegwerf-Verbot für Supermärkte?

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Initiative "foodsharing", die sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt, fordern einen gesetzlichen Wegwerfstopp für Supermärkte.

Dienstag, 05. März 2019, 17:55 Uhr
Reiner Mihr

DUH und foodsharing begründen die Forderung damit, dass immer noch 90 Prozent der unverkauften Lebensmittel vom Supermarktregal in die Mülltonne wandern würden. Dies entspräche mindestens 11,5 Millionen Mahlzeiten pro Tag, haben die beiden Organisationen errechnet.

Außerdem fordern die beiden eine Überarbeitung der von Ernährungsministerin Julia Klöckner kürzlich vorgestellten Strategie zur Lebensmittelverschwendung. DUH und foodsharing kritisieren, dass die Ministerin in ihrem Strategiepapier ausschließlich auf freiwillige Maßnahmen der Unternehmen setzt. So werde das Ziel, bis 2030 50 Prozent weniger Lebensmittel zu verschwenden, nicht erreicht.

Beide kritisieren weiter, dass die Bundesregierung ihre Strategie gegen Lebensmittelverschwendung an den freiwilligen Maßnahmen in Großbritannien anlehnt. Ein Blick auf die Zahlen verdeutliche den geringen Effekt dieses Vorgehens: In acht Jahren sei der vermeidbare Lebensmittelmüll hier nur um 19 Prozent zurückgegangen. In Frankreich dagegen gelte seit 2016 ein gesetzlicher Wegwerfstopp für Lebensmittel im Einzelhandel. Dadurch werde ein deutlicher Trend zu weniger Lebensmittelverschwendung erreicht, loben die beiden Organisationen.

Die Forderung ist allerdings nicht neu: Schon vor Jahren forderten die Verbraucherzentralen ein solches Verbot in Deutschland.