Colruyt integriert Apotheken

Die belgische Supermarktkette Colruyt nimmt sich US-amerikanischen Drug Stores zum Vorbild und will in ihren bestehenden Verbrauchermärkten den Online Pharmahandel «Newpharma» integrieren.

Dienstag, 12. Februar 2019, 18:25 Uhr
Reiner Mihr

Die Handelsfamilie Colruyt kündigte nach Informationen der Nachrichtenagentur Belga zu Wochenbeginn an, in ihren Supermärkten rezeptpflichtige Arzneien anbieten zu wollen.

In den Vereinigten Staaten ist der Markt mit Bagatellmedizin und auch rezeptpflichtigen Medikamenten seit Jahrzehnten in rund um die Uhr geöffneten Drug Stores innerhalb großer Market Stores-Flächen längst Realität.

Colryut ist an dem seit zehn Jahren auf dem europäischen Markt erfolgreich tätigen Online-Pharmahändler mit einem millionenschweren Jahresumsatz seit 2017 mit einem Mehrheits-Gesellschafteranteil vertreten.

Jetzt will Colruyt mit einem einzigartigen Deal den Drogerie- und Apothekenmarkt in Belgien revolutionär aufmischen. Im Jahre 2017 hatte die Investorengruppe Korys im Eigentum der Familie Colruyt eine Mehrheitsbeteilgung an dem Medikamenten-Onlinehändler « Newpharma » erworben.

Nun will der Senkrechtstarter am Arznei-Onlinehandel mit der Colruyt-Kooperation neue Zeichen setzen. Die Newpharma-Apotheke soll direkt in oder neben den Colruyt-Filalen auf Colruyt-Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft errichtet werden,

Newpharma beschäftigt mehr als 200 Personen in Belgien im Online-Arzneihandel und steigerte sein Geschäftsergebnis nach Angaben von Belga allein im Jahre 2018 um 30 Prozent und erzielte einen Umsatz von 82 Millionen Euro.

Der Newpharma-Mitgründer Mike Vandenhoofdt erklärte zu Wochenbeginn gegenüber der Wirtschaftspublikation « Trends-Tendances : « Wir sind überzeugt, dass wir künftig neben dem Online-Handel auch eine große Rolle mit Apotheken-Shops in der Kooperation mit Colruyt spielen werden.»

Thomas A. Friedrich, Brüssel