Die insolvente Warenhauskette Galeria hat sich einen Kredit für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft gesichert. Das Unternehmen schloss nach eigenen Angaben eine Vereinbarung mit der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers über ein sogenanntes Massedarlehen ab. Solche Kredite dienen in Insolvenzverfahren dazu, den laufenden Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Der Kreditgeber wird dabei in der Gläubigerliste bevorzugt behandelt, was sein Risiko verringert.
Das Amtsgericht und der Gläubigerausschuss hätten die erforderlichen Beschlüsse bereits gefasst, teilte Galeria in Düsseldorf mit. Die Finanzmittel stünden dem Unternehmen nun zur Verfügung. Galeria habe dadurch „deutlich mehr Spielraum“, hieß es in der Mitteilung. „Damit ist der kontinuierliche Warenzufluss gesichert.“ Kunden könnten Gutscheine ab sofort wieder einlösen und neu kaufen, und auch die Prüfung und Freigabe von Zahlungen sei wieder möglich.
Galeria hatte unlängst erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen läuft den Angaben zufolge vorerst weiter. Ob und welche Standorte schließen müssen, steht noch nicht fest. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus will jedes Warenhaus einzeln auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit prüfen.
Die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz hatten Galeria im Sommer 2024 übernommen. Handelsexperten und die Gewerkschaft Verdi kritisierten wiederholt, die Eigentümer hätten zu wenig Geld in das Unternehmen gesteckt.
