Zeitungen und Zeitschriften:Im Presseregal muss alles seine Ordnung haben

Bildquelle: Impuls Ladenbau

Zeitungen und Zeitschriften Im Presseregal muss alles seine Ordnung haben

Die Discounter haben den Verkauf umsatzstarker Zeitungen und Zeitschriften für sich entdeckt. Der klassische LEH hat dennoch Chancen, sich in dieser Warengruppe zu profilieren.

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Die Discounter setzen im Wettbewerb mit dem klassischen LEH u. a. auf eine Verbesserung ihres Warenangebots. Das gilt auch für Presseerzeugnisse, die in immer mehr Läden ins Sortiment aufgenommen worden sind. Gab es 2003 erst gut 1.300 Discount-Filialen, die Zeitungen und Zeitschriften führten, waren es im vergangenen Jahr mehr als 13.000. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum sank die Zahl der Lebensmittelhändler mit Pressesortiment um etwa 7.000 auf 16.440.

Die Sortimentsbreite ist bei Discountern allerdings deutlich geringer als im LEH. Sie bieten der Einzelhandelsstrukturanalyse (EHASTRA) zufolge durchschnittlich 94 Titel an, der LEH dagegen 366. Das hat zur Folge, dass der Schuppungsgrad, also die sichtbare Fläche, die pro Titel zur Verfügung steht, bei Discountern (11,5 cm) größer ist als in Supermärkten (7,6 cm).

„Das Sortiment im Presseregal sollte sich in erster Linie nach Verkäuflichkeit richten."
Christian Böttcher, Bauer Vertriebs KG

Christian Böttcher, Vertriebsleitung Retail, Bauer Vertriebs KG, hält es deshalb für sinnvoll, die Anzahl der Titel auch im LEH nach oben hin zu begrenzen: „Durch ein begrenztes Sortiment ist das Presseregal übersichtlicher gestaltet, der Kunde findet sich besser zurecht." Für Gabriele Evertz, Geschäftsführerin von Impuls Ladenbau, ist eine Reduzierung des Presseangebots im LEH nicht der richtige Weg: „Der Kunde sucht den Supermarkt ja wegen der Sortimentsvielfalt auf, das gilt auch für das Pressesegment." Tobias Mai, Geschäftsführer strategische Vertriebssteuerung bei Burda, plädiert sogar für einen Ausbau des Pressesortiments bei Discountern: „Erfahrungen aus der vor einigen Jahren gestarteten Discounterbelieferung mit Presse zeigen, dass die Wochenumsätze mit Zeitschriften steigen, wenn die Angebotspalette – individuell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten – ausgedehnt wird."

Die Anzahl der Einzelhändler, die Zeitungen und Zeitschriften in ihrem Sortiment fu?hren, ist von 2003 bis 2009 gestiegen, seither sinkt sie. Die Verteilung auf die Vertriebsschienen hat sich verändert. Während die Anzahl der Discounter mit Pressesortiment stark gestiegen ist, ging das Angebot im LEH zuru?ck.

Auch im LEH kann Mai zufolge ein Ausbau der Sortimente zu Umsatzsteigerungen führen, wenn gleichzeitig in moderne, beleuchtete Warenträgersysteme und gut gepflegte Regale investiert werde. Ordnung im Regal schaffen nach Aussage von Evertz zum Beispiel Objektgruppentrenner oder Aktionsflächen für Zeitungen und neue oder aktuelle Titel. Ein gutes Presseregal müsse „Erlebniswelten" schaffen. „Der Kauf von Zeitungen und Zeitschriften hat auch einen emotionalen Aspekt, wie Belohnung nach einem gelungenen Einkauf oder Anregung zur eigenen Lebensführung. Diesem emotionalen und ebenso einem kommunikativen Aspekt muss das Presseregal natürlich auch genügen", sagt Evertz.

Um dem Kunden Orientierung zu bieten und „um die immer wichtiger werdenden Impulskäufe auszulösen", wie Mai sagt, sollten die Umsatzträger möglichst in Vollsicht platziert werden. Böttcher empfiehlt dem LEH darüber hinaus, um sich vom Discount abzuheben, diese umsatzstarken Zeitschriften in Regalkörben zweitzuplatzieren oder separate Display-Zweitplatzierungen zu nutzen. Damit das Regal übersichtlich bleibt, rät er zudem, die Sortimentsschwerpunkte nach Verkäuflichkeit zu setzen: „Der Verkaufsdurchschnitt pro Objekt sollte mindestens bei mehr als 0,4 liegen – das dürfte bei den meisten Rätsel- und Roman-Heften nicht der Fall sein."

Bild: Attraktive Gondeln mit Ruhezonen und emotional ansprechenden Displays mit Bezug zur Warengruppe bieten sich für die Pressepräsentation an.