Fisch Grenzen verschwimmen

LP-Messerundgang auf der 15. Fish International – der Seafood-Markt erlebt eine deutlich sichtbare Evolution: Snackiger, mehr Lifestyle, neue Verzehranlässe und Adaptionen aus dem Fleischbereich.

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Fisch weckt Interesse. Das zeigte die Fish International in Bremen. Klein aber fein und bunt wie die Seafood-Welt präsentierte sich die Messe mit rund 220 Ausstellern aus 22 Nationen. Die Präsenz der Fischeinkäufer der großen Handelsunternehmen und die Besucherdichte in den Gängen unterstrich die Alleinstellung der „einzigen Fachmesse für Fisch und Seafood in Deutschland“.

Augenfällig war die Umsetzung „Streetfood, „Foodtrucks“ und „Fingerfood“. Damit wird das „gesunde Naturprodukt“ lifestyliger, gewinnt neue und vor allem jüngere Konsumenten und lässt den Fisch-Jour-Fix am Freitag hinter sich. Auch für den Lebensmittel-Einzelhandel bieten sich hier Möglichkeiten zu partizipieren. Sei es über das gastronomische Angebot, das in deutschen Supermärkten und auf der Großfläche immer breiteren Raum einnimmt , als Event oder thematische Aufhänger für Eigeninitiative im oder vor dem Markt oder beispielsweise als Snackprodukt in der Theke bzw. in der Cabrio-Theke. Der zunehmende Außer-Haus-Verzehr bietet Potenzial. Und in diesem Feld verschwimmen die Grenzen zwischen Retail und Gastronomie.

Auf jeden Fall werden Fischprodukte convenienter, snackiger und mobiler. Das ist besonders wichtig, weil die preußische Mahlzeitenordnung – Frühstück, Mittag- und Abendessen zu festen Zeiten – passé ist. Der situative Einzelesser ist heute unterwegs. Gleichzeitig wird der Genussfaktor herausgestellt und Fisch nicht auf ein limitiertes Produkt mit Bestandsschutz reduziert. Was „Streetfood“ in der Produktumsetzung hergibt, zeigt allein schon der 70-seitige Streetfood-Folder von Transgourmet. Faktoren wie Herkunft und Transparenz sind weitere Merkmale, die auf der Messe auffallen. Mit hinein spielt oftmals die Aquakultur, lässt die sich doch gut regional vermarkten, am besten mit einer Story. Ein Beispiel dafür lieferte Loch Duart. Die Zutaten: schottischer Ursprung, weitgehend unberührte Natur, Nachhaltigkeit, gentechnikfrei, artgerechte Aquakultur, einjährige Brache in den Gehegen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren und Transparenz vom Ei b is zur Theke.

Transgourmet bietet unter der Eigenmarke „Ursprung“ Wels und Waller aus deutscher Aquakultur. Alles nachhaltig, transparent und ressourcenschonend aufgezogen. Zum Beispiel den Hasetaler Waller. Hier liegen Zucht, Produktion und Verarbeitung in einer Hand. Vergleichbar ist der Afrikanische Wels aus regionaler Aquakultur in Mecklenburg-Vorpommer (5 x D).

Das fiel auf in Bremen

  • „Ohne Gentechnik“ ist eine Forderung, die von Handelsseite forciert wird. Insbesondere Rewe und Edeka werden als Treiber genannt.
  • Anlehnung an Fleischprodukte: z. B. der Räucherlachs- Snack von Lauenroth, der dem Jerkey Beef nachempfunden ist. Schich experimentiert mit Dry-aged-Lachs.
  • Impulse aus der Gastronomie finden sich im Lebensmittel-Einzelhandel wieder.
  • Snacken ist auch ein Generalthema bei Seafood; To-go-Adaptionen gewinnen an Bedeutung.
  • Umsetzung über das Thema „Streetfood“ mit Pulled Salmon, Tuna Burger, Lachsburger.
  • Räuchern im Markt setzt sich durch. Programmierte Öfen erleichtern das Prozedere vor Ort.
  • Schich hat den indischen Tandori-Ofen für den Markt modifiziert und PoS-fähig gemacht.
  • Matjes wird trendiger durch neue pfiffige Kreationen z. B. als Ostfriesen-Tapas oder als Sushi-Variation; Ansprache jüngerer Verwender.
  • Produkte mit Manufakturcharakter und Geschichte (Stichwort: Story-Telling).
  • Trend zu kleineren Haushalten sowie der Aspekt Snacken strahlt ab auf das Thekengeschäft.