Die Bell Food Group hat im Geschäftsjahr 2025 einen währungs- und akquisitionsbereinigten Nettoerlös von 4,9 Milliarden Schweizer Franken (5,4 Milliarden Euro) erzielt. Dies entspricht einem organischen Wachstum von 4,5 Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Der Nettoerlös stieg um 212,1 Millionen Schweizer Franken (232 Millionen Euro). Das Unternehmen baute nach eigenen Angaben seine Marktanteile weiter aus.
EBITA-Plus von 2,8 Prozent
Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um 9,7 Millionen Schweizer Franken (10,62 Millionen Euro) auf 360 Millionen Schweizer Franken (394 Millionen Euro). Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 171,5 Millionen Schweizer Franken (187,7 Millionen Euro) und damit um 4,6 Millionen Schweizer Franken (5,03 Millionen Euro) über dem Vorjahr. Der Jahresgewinn stieg um 3,2 Millionen Schweizer Franken auf 126,9 Millionen Schweizer Franken (139 Millionen Euro).
Die Bereinigungen umfassen den Gewinn aus dem Verkauf der Eisberg-Gesellschaften in Osteuropa, die dazugehörende Ausbuchung von Währungsreserven sowie außerordentliche Abschreibungen im Zusammenhang mit der strategischen Fokussierung. Das erläuterte das Unternehmen.
Tschanz: Produktionslandschaft optimiert
„Die Bell Food Group hat sich in einem kompetitiven Umfeld gut behauptet und im Geschäftsjahr 2025 das Wachstum weiter ausbauen können“, äußerte der Vorstandsvorsitzende Marco Tschanz. Das Unternehmen profitierte nach eigenen Angaben von der starken Performance seiner Geschäftsbereiche Bell Schweiz, Hubers/Sütag, Bell International und Hilcona. „Dank gezielter Fokussierungsmaßnahmen haben wir unsere Marktposition weiter ausgebaut und die Produktionslandschaft optimiert“, so Tschanz weiter.
Eisberg zieht sich aus Osteuropa zurück
Die Tochter Eisberg verkaufte ihre Gesellschaften in Osteuropa und konzentriert sich seither auf den deutschsprachigen Raum. Bell International erwarb den Produktionsbetrieb der Hermann Wein in Freudenstadt. Das soll die Position im europäischen Rohschinkenmarkt stärken. Die Tochter Hügli verlagert die Produktion von Redditch in Großbritannien mittelfristig auf die bestehenden Werke in Radolfzell in Deutschland und Zásmuky in Tschechien. Der Geschäftsbereich Bell Schweiz legte nach Angaben des Unternehmens in sämtlichen Absatzkanälen und Warengruppen zu. Bei Hubers/Sütag führte die anhaltend starke Nachfrage nach Geflügelprodukten zu einem deutlichen Volumen- und Ergebniswachstum.
Wirtschaftslage und Verbraucherstimmung bleiben volatil
Der Generalversammlung wird eine Dividende von 7,00 Schweizer Franken (7,66 Euro) beantragt. Das Unternehmen geht davon aus, dass die allgemeine Wirtschaftslage und die Konsumentenstimmung im Jahr 2026 volatil bleiben werden. „Wir kennen die Herausforderungen, die vor uns liegen“, betonte Tschanz. Mit dem breiten Sortimentmix in allen Preislagen sei das Unternehmen für diese Herausforderungen gewappnet.
Die Bell Food Group beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter und gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Fleisch- und Convenience-Verarbeitern in Europa.