Cyberangriffe auf Supermärkte IT-Experte fordert strengere Sicherheitsstandards für vernetzte Geräte

Nach Hackerangriffen auf Kühlsysteme in Supermärkten in Deutschland und anderen europäischen Ländern verlangt der Karlsruher IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer strengere Vorgaben für Hersteller. Viele Steuerungsanlagen laufen ihm zufolge noch mit Werkseinstellungen und Standardpasswörtern. Das Problem betrifft längst nicht nur den Handel.

Mittwoch, 04. November 2026, 11:41 Uhr - Strategien
Manuel Glasfort (mit dpa)
Cybersicherheit ist auch für den Lebensmittelhandel ein Thema, wie die Hackerangriffe auf Kühlanlagen eindrücklich zeigen. Bildquelle: Getty Images

Nach Cyberangriffen auf Kühlsysteme in europäischen und deutschen Supermärkten fordert der Karlsruher IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer strengere Sicherheitsstandards von den Herstellern vernetzter Geräte. Fischer kritisiert, dass Steuerungsanlagen mit unveränderten Werkseinstellungen und Standardpasswörtern ausgeliefert und betrieben werden. „Das ist völlig unverzeihlich“, sagte der Experte.

Die Hersteller müssten die Konfiguration ihrer Systeme so gestalten, dass bereits bei der ersten Inbetriebnahme individuelle Passwörter vergeben werden müssen, sagte Fischer. Betroffene Betreiber hätten vom Hersteller längst Updates erhalten müssen, die eine zwingende Änderung solcher Standardzugänge vorschreiben. Ein automatisierter Fernzugriff für Wartungszwecke sei zwar grundsätzlich sinnvoll, technisch gebe es jedoch genügend Möglichkeiten, um Zugriffe abzusichern. Fischer verwies auf Zertifikate und asymmetrische Verschlüsselung. Die dafür nötige Rechenleistung sei bei modernen Steuerungsprozessoren längst vorhanden.

Der Experte warnte davor, das Problem auf den Lebensmitteleinzelhandel zu beschränken. Vernetzte Technik finde sich mittlerweile in zahllosen Bereichen – von Photovoltaikanlagen bis hin zu Wärmepumpen. Auch private Haushaltsgeräte seien zunehmend unnötig vernetzt. „Es muss nicht alles ins Internet“, mahnte Fischer.  Wenn ein Netzzugang unumgänglich sei, müssten wirksame Absicherungsmechanismen greifen.

Fischer brachte zudem schärfere Prüfungen ins Spiel. Verbraucherschutzorganisationen wie die Stiftung Warentest sollten verbindliche Mindestanforderungen an die IT-Sicherheit als festes Kriterium in ihre Bewertungen aufnehmen.

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